CD-Review: Asphyx - Deathhammer

Besetzung

Martin van Drunen – Gesang
Paul Baayens – Gitarre
Alwin Zuur – Bass
Bob Bagchus – Schlagzeug

Tracklist

01. Into The Timewastes
02. Deathhammer
03. Minefield
04. Of Days When Blades Turned Blunt
05. Der Landser
06. Reign Of The Brute
07. The Flood
08. We Doom You To Death
09. Vespa Crabro
10. As The Magma Mammoth Rises


Nur zwei Jahre nach dem Comeback-Album „Death… The Brutal Way“ sind ASPHYX mit einer neuen Scheibe zurück, sinnig betitelt mit „Deathhammer“. Nun ist das ja so eine Sache mit diesen beinharten Old School-Bands, die auf Teufel komm raus Album für Album genau dieselbe Schiene fahren. Gerade in einem Sektor wie dem relativ ungezügelten Death Metal, wie ASPHYX ihn seit jeher zelebrieren, weiß man zwar, woran man ist, und man weiß auch, dass ein neues Album übelst die Birne abmontiert, durch den Umstand, dass die Songs nicht unbedingt auf Variatenreichtum ausgelegt sind, ist aber ebenfalls klar, dass es bis auf 47 zusätzliche Minuten für die Gesamtspielzeit der ASPHYX-Diskographie nichts Neues geben wird.

Und das tut es auch diesmal nicht. „Deathhammer“ klingt so haargenau nach „Death… The Brutal Way“, dass man bei keinem einzigen Song im Ansatz beurteilen kann, von welchem der beiden Alben er stammen könnte. Wie immer hat man auf der einen Seite übelst kübelnden Death Metal, auf der anderen Seite atmosphärisch sicherlich viel interessanteren Doom Metal. In beiden Fällen geht es ASPHYX im Wesentlichen um den vielzitierten Krieg auf musikalischer Ebene, keine Gefangenen, keine unnötigen Details, nur Zerstörung nonstop. Insofern erfüllt „Deathhammer“ wohl auch sicherlich die Erwartungshaltung der meisten Fans, denn was sonst sollte man von der Truppe auch wollen. Allein, so richtig zufriedenstellend ist das Konzept, zwei Alben zu veröffentlichen, die sich weder in Stimmung noch Sound auch nur begrenzt voneinander unterscheiden, für mich nicht. Eine markante rote Linie lässt sich hier nicht wirklich ausmachen, nichts, was die Songs so recht zusammenhalten würde. Natürlich darf man sich streiten, ob es so etwas auf „Death… The Brutal Way“ gab, aber beim Comeback-Album nahm man es gern in Kauf, dass eine Dreiviertelstunde Vollgas gegeben wurde, zumal ja auch kleine Hits wie der Titelsong oder „Scorbutics“ vorhanden waren. „Deathhammer“ hätte hier doch gerne mit ein wenig mehr Masterplan aufwarten dürfen, hätte eine atmosphärische Einheit doch verdeckt, dass manche Songs eben doch ein wenig mehr Finesse vertragen hätten. Kompromissloser Death Metal ist das eine, klar, aber Riffs, die neben zugegebenermaßen beeindruckender Brutalität auch ein Mindestmaß an Anspruch haben, eben das andere.

Ich will „Deathhammer“ niemandem schlechtreden, denn wenn das Album eines nicht ist, dann ein Fehlkauf. Wie die Band bei der Wahl von Albumtitel, Cover und Musik auf Nummer sicher geht, so tut es der Fan, wenn er sich die Platte zulegt. Nur: Wenn er den Vorgänger bereits besitzt und diesen nun nicht gerade auswendig kennt, was ich bei dieser Musik nach wie vor für schwierig halte, dann kann er auch genauso gut diesen einlegen und ebenso glücklich damit werden. Ich gehe nicht davon aus, dass ASPHYX ihr eher schlichtes Rezept nochmal neu abschmecken, eher früher als später wird das aber dringend nötig werden. Da hilft es auch nichts, dass die Band die Scheibe als „Lehrbuch des Death Metal“ verstanden haben will, denn in diesem Sinne wäre „Deathhammer“ nur eine ziemlich unnötige Neuauflage.

Bewertung: 7 / 10

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