Battlelore The Return Of The Shadow Coverartwork

Review Battlelore – The Return Of The Shadow

„So geht das jetzt schon seit Stunden! Baumbart, habt Ihr endlich eine Entscheidung getroffen?“
„Nur nicht so hastig, kleiner Hobbit. Wir sind gerade erst fertig mit dem Morgengruß.“

Die Frustration von Merry und Pippin über die langsam mahlenden Mühlen des Entthings kann jeder Herr-der-Ringe-Fan bestens nachvollziehen, auch jeder und jede andere kennt nervenaufreibend langsame und zähe Momente. Ganze elf Jahre haben sich die Tolkien-Nerds von BATTLELORE für ihr siebtes Studioalbum „The Return Of The Shadow“ Zeit gelassen und damit endgültig ihre 2011 angetretene Auszeit beendet. Elf Jahre, in denen sich bei den Finnen wenig geändert hat: Die Besetzung blieb seit Mitte der 2000er Jahre stabil. Auch konzeptuell bleiben sich BATTLELORE treu und bedienen sich wieder der weiten Lande von Mittelerde und allerhand Tolkien-bezogener Geschichten.

Auch am Sound hat sich derweil wenig bis nichts geändert: BATTLELORE spielen nach wie vor gemächlichen Power Metal, der voll auf Atmosphäre setzt. Die Songs sind allesamt im behäbigen Midtempo angesiedelt und liebäugeln mehr als nur ein bisschen mit doomigen Geschwindigkeiten. Anders ausgedrückt, kriecht „The Return Of The Shadow“ unerträglich behäbig und zähflüssig vor sich hin. Der Opener „Minas Morgul“ hat ja fast noch so etwas wie eine instrumentale Dramatik und Dynamik, diese wird aber spätestens durch den schnarchnasigen, weiblichen Klargesang zunichte gemacht. Die Growls von Tomi Mykkänen können da auch nicht mehr viel ausrichten. Wohl sollen sie Aggressivität in das seichte Klanggerüst transportieren, das funktioniert bei diesen unerträglich monotonen Kompositionen aber überhaupt nicht. Alles dudelt in einem Sums dahin, Höhepunkte oder herausragende Momente sucht man vergebens.

BATTLELORE setzen voll auf Atmosphäre, doch will sich diese zu keinem Zeitpunkt aufbauen. Die orchestralen Elemente oder programmierten Flöten aus dem Synthesizer klingen nach ganz billigen Midi-Files und ersticken damit viel der möglichen Atmosphäre direkt im Keim. Dass die Gesangsdarbietungen bei aller Monotonie auch nur schiefe und quietschige Töne ohne Ende produzieren, setzt dem ganzen die Krone auf. Das Klargesangsduett bei „Elvenking“ ist ein Negativbeispiel für diese Leistung. „The Return Of The Shadow“ kann zudem nie Druck oder kraftvolle Momente erzeugen, alles gerät zu einem langweiligen, einschläferndem Brei. Diese Eintönigkeit vermag es erschreckenderweise sogar, beim anspruchslosen Nebenbeihören noch zu stören.

Der ehrenwerte Herr Tolkien begeisterte sich bekanntermaßen sehr für ausufernde Beschreibungen, in „Der Herr der Ringe“ und anderen seiner Werke geht die Handlung zwischen Baum- und Landschaftsbeschreibungen auch oft nicht voran. Ein ganzer, 1000-seitiger Schinken ausschließlich mit Beschreibungen der Beschaffenheit von Rinden, Blättern und Wurzeln wäre jedoch aufregender als „The Return Of The Shadow“. Was BATTLELORE hier abliefern, erreicht offensichtlich eine gewisse Fanbasis und diese wird sicher auch wieder ihre Freude hieran haben. Alle Heavy- und Power-Metal-Anhänger sowie Tolkien-Fans mit metallischer Ader, die bisher noch nicht mit BATTLELORE in Kontakt gekommen sind, seien hiermit gewarnt.

„Geh zurück zu den Schatten.“ möchte man BATTLELORE zubrüllen wie Gandalf dem Balrog von Morgoth.

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Wertung: 2 / 10

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