CD-Review: Belenos - Errances Oniriques (Re-Recording)

Besetzung

Loïc Cellier - Alle Instrumente & Gesang

Tracklist

01. Le domaine des songes acte II
02. Errances oniriques
03. Suppôt du néant
04. Voyage subliminal
05. Morfondu
06. En quête d'immortalité
07. Le dernier pas
08. Seigneur de l'obscurité
09. Serment de vengeance


Als Freund des französischen Black Metal Undergrounds sollte man den Namen Loïc Cellier schon mal gehört haben, der Multiinstrumentalist aus der Nähe von Calais spielt(e) nämlich nicht nur in der einen oder anderen mehr oder weniger bekannten Band wie Nydvind, Artesia oder Beer Vomit, sondern bringt es mit seiner Hauptkapelle/seinem Soloprojekt BELENOS inzwischen schon auf fünf vollwertige Langrillen, die sich größter Beliebtheit erfreuen. Wobei dem findigen Leser eh schon aufgefallen sein dürfte, dass das fünfte Opus des jungen Mannes denselben Titel trägt wie sein erstes. „Errances Oniriques“. Zu gut Deutsch (wenn mich meine sehr beschränkten Französischfähigkeiten jetzt nicht verlassen) ungefähr „Traumirrungen“. Die CD wurde bereits 2001 über Sacral Productions veröffentlicht und war dann auch ruck zuck schon wieder ausverkauft.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2009 und BELENOS sind/ist bei Northern Silence unter Vertrag und weil die dem Fan gerne mal einen Gefallen tun, baten sie Loïc um einen Re-Release, der macht aber gleich noch viel mehr, nämlich nahm er die komplette Chose einerseits völlig neu auf, packte andererseits auch noch zwei unveröffentlichte Bonustracks drauf und zu guter Letzt machte er dann auch noch irgend etwas mit der Tracklist. Ich weiß gar nicht genau was, irgendwas ist da merkwürdig, wenn ich mir die von Re-Recording und Original anschaue, da wurde wild durcheinander gewürfelt, irgend was fehlt, irgend was ist neu, keine Ahnung was da los war, wird aber schon so seine Richtigkeit haben, also Schluss mit solchen belanglosen Äußerlichkeiten und werfen wir doch mal ein Ohr auf die Musik.
Ich kenn das Original nicht komplett, hab aber hier und da mal auf Youtube reingehört und kann deswegen sagen: Jau, die Neuaufnahme ist schon ein relativ großer Schritt nach vorne, ohne den Geist des alten Materials über Bord zu werfen. Okay, den Puristen wird der neue Sound wahrscheinlich viel zu modern und glattgebügelt sein (obwohl er doch schon noch Ecken und Kanten hat, im Gegensatz zum Original aber mächtig mächtig drückt), aber davon abgesehen hat sich so viel nicht geändert an den Kompositionen. Gespielt wird noch immer leicht paganistisch angehauchter Black Metal mt rasendem Drumming, großartigen Tremolo-Riffs, heftigem Keifgesang und sehr erhabenen Refrains. Zugegeben, Loïcs gutturale Gesangslagen sind jetzt nicht so extrem beeindruckend und auch sein Klargesang ist eher bemüht denn wirklich große Kunst, aber die Mischung macht’s einfach. Mächtig knüppelnde Parts wechseln sich mit ruhigeren, akustischen Zwischenspielen ab, stampfende Midtempo-Black-Metal-Nummern (teilweise mit sehr coolem Chorgesang im Hintergrund, wie „Seigneur De L’obscurité“) treffen auf hymnenhaften Klargesang. Ein wenig Bathory steckt sicher drin, aber BELENOS klingen trotzdem eigenständig genug, dass der Wiedererkennungswert nicht zu kurz kommt. Lediglich der Abschluss der CD ist etwas suboptimal geraten, „Serment De Vengeance“ bricht etwas abrupt ab und hätte als Rausschmeißer auch etwas monumentaler ausfallen dürfen.

Neun epische Nummern im prima Soundgewand liefert Cellier auf der Neuaufnahme, was das rumgedoktore an der Trackliste sollte, ich weiß es nicht, die macht so aber auf jeden Fall einen recht durchdachten Eindruck, die Bonustracks fügen sich auch gut ein, vielleicht war’s auf der ursprünglichen Version ja etwas unausgewogen. Hier stimmt jetzt aber… vielleicht nicht alles, aber doch verdammt viel. Die Neuaufnahme von „Errances Oniriques“ ist eine sehr geile CD geworden, die BELENOS sowohl neue Fans bescheren dürfte, als auch die etwas älteren erfreuen, die jetzt endlich die Möglichkeit haben, das erste Album zu einem bezahlbaren Preis abzugreifen (wenn auch nicht die originale trve kvlt Version…). Zuschlagen, es lohnt sich.

Bewertung: 9 / 10

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