CD-Review: Belenos - Yen Sonn Gardis

Besetzung

Loïc Cellier – Alle Instrumente, Mix & Mastering

Tracklist

01. Aspedenn
02. Hollved Hirisus
03. Ene Kelt
04. Skorn Ha Tan
05. Baleerien An Are
06. Gorsedd
07. Mestr Ar C'hoad
08. Taol-Digoll
09. En Argoll


Dass die aus Britannien um 500 n. Chr. nach Frankreich übergesiedelten Bretonen ein eigenes Volk sind und durchaus eigene Wege gehen, beweist Loïc Cellier, der Kopf hinter BELENOS. Der Mann aus dem Lande von Asterix und Co. steckt bereits seit 1995 hinter dem ambitioniertem keltischem Black Metal Projekt, wie er die Musik selbst betitelt, und geht einen recht interessanten musikalischen Weg.

Die Musik von “Yen Sonn Gardis” ist dabei mancherorts von kalten, agressiven Black Metal Riffs wie in “Skorn Ha Tan” inspiriert, bleibt jedoch stets durch den Einsatz von akustischen Geräuschen und Gitarren interessant. Und doch wird es dem Hörer durch eingängige Melodien, den Einsatz von Violinen und dem teilweise recht speziellen Choralgesang von Loïc leicht gemacht, den Kompositionen zu folgen. Sichtlich vom nördlichen Black Metal beeinflusst zeigt sich auch der epochale End Track “En Argoll”, welcher mit Wind- und Wellengeräuschen beginnt, sich in ein grooviges Death Metal Riff, wie es von Peter Tägtgreen sein könnte, verwandelt, und im Mittelteil durch den wiederkehrenden Einsatz von akustischen Gitarren gar stellenweise Bathory Flair versprüht. Hier merkt man die Leidenschaft und die Durchdachtheit der Kompositionen deutlich. Besonders die Übergänge an manchen Stellen sind sehr episch und wissen mitzureißen, wie in “Hollved Hirisus” und dem eingängigem “Ene Kelt”.

Etwas schade dagegen ist leider, dass die Violinen sehr leise abgemischt sind und hinter der Wand an Gitarren z.B. in “Gorsedd” kaum den akustischen Durchbruch schaffen. Auch sind manche Riffs nicht sonderlich originell und wollen sich nicht in das Gesamtbild einfügen, wie es in “Taol-Digoll” der Fall ist. Doch werden härtere Passagen recht häufig von melodiösen Chören abgelöst, die das pagan-keltische an der Musik transportieren.

Unter dem Strich bleibt allerdings erstaunlich viel Black Metal, der gar nicht das Ziel hat, sich durch viele folkloristische Elemente neu zu erfinden, aber eine gute Symbiose mit diesen eingeht. Vor allem der Einsatz der akustischen Gitarren ist eine frische Zutat auf “Yen Sonn Gardis”, welche den Hörer im richtigen Moment in ruhigere Gewässer leitet. Es bleibt erstaunlich wenig Kritik an diesem Album haften und so kann ich jedem Black Metal Fan mit einem Ohr für pagan angehauchte Klänge dieses Werk nur ans Herz legen. Diese Band hat definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient, wenn auch noch Spielraum nach oben besteht.Der keltische Sonnengott BELENOS wäre mit dieser Huldigung sicher zufrieden!

Besonders hervorzuheben sind “Gorsedd” wegen seiner eingängig melancholischen Melodieführung und “En Argoll”, das durch seinen episch angelegten Aufbau zu überzeugen weiß.
(Maximilian Lechner)

Bewertung: 8 / 10

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