CD-Review: Belenos - Best Of Live

Besetzung

Loïc Cellier - Gesang, Gitarre
Sven Vinat - Hintergrundgesang, Gitarre
Yohann Mahé - Hintergrundgesang, Bass
Marc Le Gall - Schlagzeug

Tracklist

01. Aspedenn/ Hollved Hirisus
02. Terre De Brume
03. Le Déluge
04. Fureur Celtique
05. Morfondu
06. Dernière Rencontre
07. L'ombre Du Chaos
08. Gorsedd
09. D'an Usved
10. Armorika
11. L'enfer Froid
12. L'antre Noir


Nach 22 Jahren und sieben veröffentlichten Studioalben zelebriert das französische Projekt BELENOS ein Jubiläum, das irgendwie krumm erscheint: Haben die Musiker um Mastermind und einziges Gründungsmitglied Loïc Cellier das 20-jährige Jubiläum verschlafen oder besitzt Herr Cellier eine Affinität für Schnapszahlen?

Ebenso unschlüssig über dieses ungewöhnliche Jubiläum dürfte der Fan allerdings auch über den Fakt grübeln, dass „Best Of Live“ eine Mogelpackung zu sein scheint. Warum? Der Text des Labels verrät es: „BELENOS proposes in 2018 the summary of a 22 years carreer. In form of a best of live* in 77 minutes.*(recorded live in one day of studio, rehearsal room)„. Wer Live-Alben wegen des Live-Faktors in Form eines Konzertes schätzt, sollte beim Kauf von „Best Of Live“ somit lieber zweimal darüber nachdenken.

Nüchtern betrachtet bietet diese Variante allerdings den Vorteil, dass die Songs, die zuvor auf Alben von minderer Studioqualität veröffentlicht wurden, nun in einem neuen, klangvolleren Gewand erscheinen. Und das Loïc Cellier genau dafür ein Faible hat, wird anhand der fleißigen Publikation von remasterten Wiederveröffentlichungen deutlich. Mag „Best Of Live“ nicht dem Anspruch genügen, der mit dem ersten Blick auf Titel und Cover der Platte erweckt wird, so legt BELENOS hier dennoch etwas vor, dessen Güte nicht unbeachtet bleiben sollte.

Immerhin befindet sich auf „Best Of Live“ ein in dieser Form noch nicht da gewesener Zusammenschnitt verschiedener Songs aus unterschiedlichen Schaffensphasen des Franzosen; von „Notre Amour Eternel“ (1996) über „Spicilège“ (2002) und „Yen Sonn Gardis“ (2010) hin zu „Kornog“ (2016) bietet die Scheibe einen guten Einblick in das, was BELENOS in den vergangenen 22 Jahren geschaffen haben. Dazu noch das zwölfseitige Booklet mit allerhand Bildern von vergangenen Auftritten und der Eindruck, dass BELENOS hier mogeln, verwässert sich; vielmehr handelt es sich bei „Best Of Live“ um einen knapp zweistündigen Freundschaftsdienst an die Fans des Franzosen.

Mögen die zwölf Songs für Anhänger eine große Bereicherung sein, sind sie das nicht per se für Hörer, die BELENOS neu entdecken. Denn ähnlich wie bei den Genre-Kollegen von Winterfylleth steht das französische Projekt für gute, aber nicht sonderlich abwechslungsreiche Musik. Die Songs untereinander differieren nur minimal in ihrem Aufbau; und dass, obwohl zwischen ihnen mitunter zwei Dekaden des Schaffens liegen. Ob man BELENOS die kontinuierliche Veredlung ihrer Stärken übel nehmen oder diese doch schätzen kann, entscheidet zuletzt der Geschmack des Hörers selbst.

„Best Of Live“ bietet einen unterhaltsamen, wenngleich nicht überraschenden Querschnitt aus der Diskografie von BELENOS. Wessen Herz für Black Metal mit paganen Einflüssen schlägt, landet mit „Best Of Live“ einen Volltreffer, wer darüber hinaus nach mehr Kreativität sucht, sollte stattdessen bei den alten Klassikern von Kampfar und Enslaved zugreifen.

Bewertung: 6.5 / 10

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