Review Beyond Fallen – Mindfire

  • Label: Melissa
  • Veröffentlicht: 2007
  • Spielart: Heavy Metal

„Purer US-Stahl“ aus den Hochöfen von Pennsylvania – so bezeichnet der Promowisch die Musik von BEYOND FALLEN, einer… ja, eben einer US-Heavy Metal-Band aus Pennsylvania. Und für Schwermetall aus den Staaten gibt es nach wie vor zwei Vorzeigegruppen, an denen fast jede Band sich orientieren zu müssen scheint, nämlich Iced Earth und Nevermore. Oft bleiben Bands, die sich „US-Heavy Metal“ auf die Fahnen schreiben, im Schatten dieser Giganten hängen.

Hier gibt’s nun also mal wieder genau das in 52 Minuten und zehn Liedern auf die Ohren. Um es gleich vorwegzunehmen: Der große Wurf ist „Mindfire“ leider nicht, und BEYOND FALLEN klingen stellenweise wirklich nach oben genannten Bands, wenn auch die Ähnlichkeit nicht so frappierend ist, dass das groß auffallen würde – die Sachen klingen halt einfach nicht richtig eigenständig. Gut, vieles an der Platte mag gefallen. Da wäre zum Beispiel das Cover zu nennen, das durchaus stimmig-düster daherkommt. Auch die Instrumentalfraktion leistet sehr gute Arbeit, das klingt schon alles solide und gut produziert, schöne Soli, und auch einige Riffs wissen durchaus zu gefallen – aber leider steht hier auch viel auf der Contra-Seite. Der Gesang von Joe Karavis ist zwar kräftig, bewegt er sich aber mal mehr als drei Halbtöne nach oben, wird er ganz schnell zu einer wackligen bzw. nicht sehr treffsicheren Angelegenheit. Meist verharrt Karavis zwar in der ihm gut passenden Stimmlage, aber genau das führt, gepaart mit dem so gut wie immer gleichen Ausdruck in seiner Stimme, zu vermehrter Langeweile, denn sehr prägnant ist sein Organ leider nicht.

Und dann wäre da noch das Songwriting. Ja, das Songwriting… leicht zu lernen, schwer zu meistern. Auch hier vollbringen BEYOND FALLEN leider keine wirklichen Glanztaten, die Lieder klingen alle ziemlich homogen (das ist noch kein Beinbruch) und nicht sonderlich originell (das schon eher). Aufhorchen lassen lediglich der knackige Opener „Act of War“, das mit einem akustischen Riff und mehrstimmig gebrülltem Refrain aufwartende „Closer to the End“ und das dem Rest in Sachen Originalität überlegene „Bomb In Your Head“.

Insgesamt reißen BEYOND FALLEN mit „Mindfire“ also beileibe keine Bäume aus, bieten aber recht einheitliche und kurzweilige Heavy-Unterhaltung und machen dabei ihren Job recht gut. Um wirklich eigenständig zu sein, müssen sich die fünf Stahlarbeiter aber noch einige Tricks einfallen lassen, das Potenzial dazu möchte ich ihnen hier aber zusprechen. Und der Herr Karavis sollte versuchen, öfter so gut wie bei „Bomb In Your Head“ zu klingen.

Wertung: 6 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.