Review Beyond Fear – Beyond Fear

  • Label: SPV
  • Veröffentlicht: 2006
  • Spielart: Heavy Metal

Frei von jeglichem Druck, die übermächtigen Vorgängern Rob Halford oder Matt Barlow zu ersetzen, kann Tim „Ripper“ Owens mit seiner eigenen Band BEYOND FEAR nun endlich auch mal befreit und ohne jeglichen Zwang singen und sich entfalten. Trotz guter Gesangsleistungen wurde Owens bei Judas Priest und Iced Earth nie komplett von den Fans angenommen und da bei Iced Earth seit längerer Zeit nichts passiert, war jetzt die Zeit für sein lange geplantes Soloprojekt da. Dieses Projekt soll aber als vollwertige Gruppierung angesehen werden.

Nach kurzem Intro leitet „Scream Machine“ die Scheibe mit einem krachenden Riff inklusive treibendem Drumming, darüber legt Owens wohl die höchste Tonlage, die er aus seinen Stimmbändern rausholen kann, der Liedtitel ist hier einfach Programm. Nahezu ohne Verschnaufpause und mit ein paar Solospielereien von Comprix knallt das Stück fünfeinhalb Minuten durch und ist damit ein perfekter Opener, der live den ein oder andern Nackenwirbel zum bersten bringen wird. Im letzten Drittel des Songs erfreut uns die Gitarrenfraktion noch mit einer herrlich traditionellen Meloldie. Nach dem wohl schon besten Lied dieser 47 Minuten singt der Ripper bei dem ähnlich angelegten, aber schleppenden „And… You Will Die“ auch erstmals in tiefen und mittleren Tonlagen, was gute Abwechslung zu seiner extrem hohen Stimme bringt. Hatte er mich bei Priest und Iced Earth – auch in der Gewissheit, dass er wirklich ein guter Sänger ist – nicht voll überzeugen können, mag ich hier keine Kritik anbringen und seine Leistung uneingeschränkt loben. Man merkt ihm hier schon an, dass alles auf ihn zugeschnitten ist und er sich in keinster Weise einschränken muss. Bei der Ballade „Dreams Come True“ zeigt Owens zudem noch eine sehr melodische und gefühlvolle Variante seiner Stimme.
Das gute Niveau, das am Anfang geboten wird, kann man erstmal auch halten. Das treibende „The Human Race“, dass cool und lässig groovende „Coming At You“ oder das wieder sehr traditionelle „Telling Lies“ sind allesamt hochklassige Lieder, die ein ums andere mal Spaß machen und für angenehme Abwechslung sorgen. Große Klasse ist hier durchgehend auch das Gitarrenspiel von Cimprix und Bihary, bei „Words Of Wisdom“ kommt mir gar kurzzeitig Communic in den Sinn und „My Last Words“ bietet, wie viele andere Momente auf der Platte, herrliche Melodien. Leider schleicht sich gegen Ende hin auch das ein oder andere weniger überzeugende Stück ein, „I Don’t Need This“ wirkt allzu nett und ist damit recht belanglos und ist bereits wieder vergessen, wenn das nächste Lied beginnt. Mit dem abschließenden „The Faith“ ist auch kein großer Wurf gelungen und wirkt auch eher wie eine B-Seite.

Auch wenn Owens sich hier von möglichen Altlasten freisingt, ganz abstreiten kann man eine Verbindung zu Judas Priest nicht. Immerhin war er auch lange Zeit in dieser Band und seine Wurzeln liegen einfach im traditionellen und klassischem Heavy Metal. BEYOND FEAR können jedenfalls noch einiges mehr rausholen, die Instrumentalabteilung jedenfalls hat einiges auf dem Kasten und kann noch besser eingesetzt werden, so dass man den ein oder anderen Lückenfüller in Zukunft vermeiden und diesen Platz mit einem weiteren Kracher füllen kann. So ist das BEYOND FEAR-Debütalbum aber schon wirklich gut geworden und bietet mit einer Spannbreite von Bangbastarden wie „Scream Machine“, coolen Groovern wie „Coming At You“ oder dem hochmelodischen und zweiten Höhepunkt „My Last Words“ ein weites Spektrum an traditionellem und modernem Heavy Metal. Das hat Power, das hat Einer (trotz des hohen Gesangs) – läuft!

Wertung: 7.5 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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