CD-Review: Blink-182 - California

Besetzung

Matt Skiba – Gesang, Gitarre
Mark Hoppus – Gesang, Bass
Travis Barker – Schlagzeug

Tracklist

01. Cynical
02. Bored To Death
03. She’s Out Of Her Mind
04. Los Angeles
05. Sober
06. Built This Pool
07. No Future
08. Home Is Such A Lonely Place
09. Kings Of The Weekend
10. Teenage Satellites
11. Left Alone
12. Rabbit Hole
13. San Diego
14. The Only Thing That Matters
15. California
16. Brohemian Rapsody


Ende der 90er und Anfang der 2000er waren sie die vielleicht größte Band im Rockzirkus und begründeten mit ihrem Pop-Punk einen Stil, der sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreut, wie die Erfolge von Bands wie Joyce Manor, Modern Baseball oder All Time Low zeigen. Die Rede ist selbstverständlich von BLINK-182, die sich nach ihren Megaerfolgen wie dem selbstbetitelten Album, „Enema Of The State“ und „Take Off Your Pants And Jackets“ im Jahre 2005 trennten. Das nach der Reunion erschienene Album „Neighborhoods“ (2011) war dann alles andere als gut, sodass das neue Album „California“ mit gemischten Gefühlen erwartet wurde.

Soviel vorab: Mit „Bored To Death“ haben BLINK-182 bereits vorab den wohl besten Song der neuen Platte veröffentlicht, wohl auch, um die Fans und Kritiker auf „California“ einzustimmen. Denn dieses Album braucht sich nicht vor den Klassikern der Bandgeschichte zu verstecken. Doch der Reihe nach.
Erwähnenswert ist als allererstes die Schlüsselpersonalie an Gesang und Gitarre. Denn während Tom DeLonge mittlerweile nur noch UFOs nachjagt, haben BLINK-182 ihn durch Matt Skiba ersetzt, der als Mitglied des Alkaline Trios ja auch kein Unbekannter ist und „California“ einen Touch verleiht, der neu für die Band ist, jedoch ohne dabei von der klassischen BLINK-182-Formel zu stark abzuweichen.
Das wird schon durch den Opener „Cynical“ deutlich, der flott und fröhlich aus den Boxen kommt und bei dem Skiba durch seine Backing-Vocals Hoppus‘ Gesang wunderbar unterstützt. Keine zwei Minuten dauert der Song, der auch gut eine alte NOFX-Nummer sein könnte, und doch reicht diese kurze Zeit, um den Hörer in das Gefühl zu versetzen, wieder Anfang der 2000er zu sein, als BLINK-182 vorgaben, was cool war und jeder ihre Songs mitsingen konnte. In diesem Stile sind auch diverse andere Tracks auf „California“ gehalten, etwa „Teenage Satellites“, „She’s Out Of Her Mind“, „No Future“ und „Rabbit Hole“. All diese Songs sind klassische BLINK-182-Tracks, feinster Pop-Punk, fröhlich, schnell, mit einer gewissen Härte und jeder Menge Melodie. Dabei gelingt der Truppe das Kunststück, ihren ureigenen Sound zu spielen, ohne dabei wie alte Männer zu wirken, die sich verzweifelt an ihre Jugend und früheren Erfolge klammern (The Offspring sollten sich davon mal eine Scheibe abschneiden!).
Doch anno 2016 können BLINK-182 mehr, als nur ihren altbekannten Kompositionswegen zu folgen. So gibt es mit „California“ eine Pop-Punk-Ballade, die zugleich eine Ode den Heimatstaat der Band ist und mit seinem reduzierten Tempo einen starken Abschluss der Platte darstellt (mal abgesehen von den 30 Sekunden von „Brohemian Rhapsody“). Doch auch an anderen Stellen zeigen BLINK-182, dass sie sich hörbar weiterentwickelt haben. Am deutlichsten wird dies auf „Los Angeles“, dass ein morbider Hit ist, wie er auch dem Alkaline Trio gut zu Gesichte gestanden hätte und der ganz offensichtlich stark von Skiba beeinflusst wurde und zu den absouten Highlights auf „California“ zählt. In eine ähnliche Richtung, zumindest lyrisch, wenn auch nicht musikalisch, geht „San Diego“, in dem sich die Band in ihre unbeschwerte Jugendzeit zurückwünscht, auch wenn diese nicht wiederherzustellen ist.

Mit starkem Songwriting und einer utopisch grandiosen Leistung von Drummer Travis Barker, frischem Input von Matt Skiba und der Paarung dieser Elemente mit den bekannten und geliebten Trademarks der Band ist BLINK-182 mit ihrem neuen Album eine sehr gute Scheibe gelungen. „California“ zeigt eine Band, die sich selbst treu bleibt und dabei in Würde alt geworden ist. Ganz großes Kino, ebenso wie das coole Cover.

Bewertung: 8.5 / 10

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