CD-Review: Bolt Thrower - Those Once Loyal

Besetzung

Karl Willets – Gesang
Baz Thomson – Gitarre
Gavin Ward – Gitarre
Jo Bench – Bass
Martin Kearns - Schlagzeug

Tracklist

01. At First Light
02. Entrenched
03. The Killchain
04. Granite Wall
05. Those Once Loyal
06. Anti-Tank (Dead Armour)
07. Last Stand Of Humanity
08. Salvo
09. When Cannons Fade
10. A Symbol Of Eight (Lim. Edition Bonustrack)


Die Urväter des kriegerischen Death Metal haben wieder zugeschlagen. In unregelmäßigen Abständen von mehreren Jahren lassen die Briten von BOLT THROWER die Herzen vieler Metalfans höher schlagen, wenn es heißt: “Die neue Bolt Thrower ist im Anmarsch.“ So auch Ende 2005 wieder, denn seit ein paar Wochen ist die achte Offenbarung der Herren (sowie Frau) der Insel erhältlich. Ob sich viel geändert hat? Diese Frage stellt sich eigentlich nicht, denn seit jeher stehen Bolt Thrower für bodenständigen Death Metal, bestehend aus verständlichen Growls, einer tighten Rhythmusabteilung sowie den einzigartigen Gitarrenläufe von Thomson und Ward. Was bei den meisten Bands wohl ein Todesurteil wäre – nämlich Stagnation seit über einer Dekade fast gänzlich ohne jede Weiterentwicklung – ist der Trumpf der Engländer. Durch ihren unverwechselbaren Stil und Berechenbarkeit haben sie es geschaft sich eine wahre Armee von Fans zuerspielen, die ohne zu zögern bei jedem Album blind zugreift und die Band abfeiert, als wären sie die Propheten des Death Metal. Das letzte Album „Honour Valour Pride“ liegt nun satte vier Jahre zurück und wurde von dieser Gefolgschaft zwar wohlwollend aufgenommen, doch insgesamt hofften die meisten wohl auf eine Rückkehr des Stils von Alben wie „…For Victory“ oder sogar „Warmaster“. Wie „Those Once Loyal“ nun klingt und welchem Album es am nächsten steht, ist nach einigen Durchläufen bereits recht klar.

Den Anfang macht wie immer eine Art Intro , sehr minimalistisch und bedrohlich, aber dafür umso effektiver. Denn wenn nach 50 Sekunden „At First Light“ richtig beginnt, man dem Hörer ein leckeres Solo um die Ohren schmeißt, Karl Willets den Namen des Stückes rausbrüllt und die gesamte Band losdonnert, gibt es kein Halten mehr. Bolt Thrower are back! Viel zu sagen gibt es natürlich nicht, Bolt Thrower as usual, aber eben doch ein kleines bisschen besser, als in den letzten Jahren. Ob es an dem angezogenen Tempo, den aufdringlichen Melodien oder einfach nur der erstklassigen Produktion liegt, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist: Die Briten klangen lange nicht mehr so frisch wie seit der „…For Victory“. Der merkliche Unterschied zum Vorganger ist die angezogene Geschwindigkeit, denn fast alle Songs befinden sich im schnellen Mid- bis Uptempo. „Entrenched“ fegt alles weg und die letzte Textzeile macht klar warum Bolt Thrower so vergöttert werden: „In a world of compromise…some don’t!“. Jedes einzelne Stück auf diesem Album ist großartig, aber hervorzuheben ist unter anderem noch das Titelstück welches mit seinen missmutigen Gitarreläufen und durch das zurückgeschraubte Tempo das pulsierende Herzstück des Albums darstellt. „Last Stand Of Humanity“ ist eine relativ kurze Uptempogranate welche mit dem rockenden Mittelteil und dem lässigen Solo auch ganz klar zu den Höhepunkten gehört. Den Abschluss macht „When Cannons Fade“ und ist eine songschreiberische Meisterleistung, denn hier haben es Bolt Thrower geschafft, alle ihre Qualitäten innerhalb von vier Minuten in ein Stück zupacken. Alleine das melodische Riff gen Ende des Songs und das immer leiser werdende Drumming entlässt den Hörer ganz verstört aus der Welt der glorreichen Gefallenen.

Falls möglich, sollte man sich unbedingt die Digipak-Version von „Those Once Loyal“ zulegen, denn diese beinhaltet noch den Bonustrack „A Symbol Of Eight“, welcher qualitativ, im Vergleich mit den vorherigen neun Songs, keineswegs abfällt. Zudem ist das Artwork eine echte Augenweide und bei weitem das Schönste des Jahres 2005, neben Hate Eternals „I, Monarch“. Das Album hat sich ohne weiter Mühe ganz vorne in die Reihe meiner Lieblingsalben von Bolt Thrower eingenistet, ja sogar vielleicht „…For Victory“ vom Thron gestoßen, ich weiß es noch nicht, aber eins ist sicher: kein Fan dieser Formation kann von „Those Once Loyal“ enttäuscht werden. Abschließend sei noch gesagt, dass die Platte sich am ehesten wie eine Mischung aus „Mercenary“ und „…For Victory“ anhört, nur mit besserer Produktion, und Songs beinhaltet die in jeweils vier Minuten die Essenz von Bolt Thrower auf den Punkt bringen. Ganz große Klasse!

Bewertung: 9.5 / 10

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