CD-Review: Bolt Thrower - War Master

Besetzung

Karl Willetts - Gesang
Gavin Ward - Gitarre
Barry Thompson - Gitarre
Joe Bench - Bass
Andy Whale - Schlagzeug

Tracklist

01. Intro - Unleashed (Upon Mankind)
02. What Dwells Within
03. The Shreds Of Sanity
04. Profane Creation
05. Destructive Infinity
06. Final Revelation
07. Cenotaph
08. War Master
09. Rebirth Of Humanity
10. Afterlife


Ja mein lieber Leser, es ist wirklich wahr. Schon damals als du gerade stolz mit deiner Schultüte in der Hand vor Omis alten Fotoapparat posiert hast, haben „Bolt Thrower“ ihren Fans wie heute 17 Jahre später mit feinstem Death Metal eingeheizt. Bei „Warmaster“ handelt es sich um das dritte Schaffenswerk des Britischen Panzers. Zudem bezeichnet es den entgültigen Durchbruch der Band, sprich alle Attribute die man „Bolt Thrower“ zuschreiben kann, sind hier vorzufinden. Es beginnt mit einem für die Band nicht untypischen Intro, dass irgendwo im Bereich U-Boot- und Unterwasser-Geräusche anzusiedeln ist, bevor nach einer guten Minute die Gitarren einsetzten. „Intro – Unleashed“ legt verhalten los, zieht allerdings gekonnt in regelmäßigen Abständen das Tempo an.

Die gleiche Tatik fährt der Panzer bei „The Shreds Of Sanity“, einem Kracher der recht schleppend loslegt, um dann aber mit schreddernden Riffs und Double Bass Gas zu geben. Das ganze endet schließlich in einem für „Bolt Thrower“- Verhältnisse furiosen Finale und ist dem Hörer bedenkenlos als Anspieltipp ans Herz zu legen. Wer kennt sie nicht, diese Songs, die einem beim ersten Hören, ganz gleich was man gerade nebenbei macht, mitreißen. „The Shreds Of Sanity“ ist einer von diesen. „Profane Creation“ rumpelt dort weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hat – mit ordentlich Tempo und einem Solo zum Ende hinknien bietet es alles, was man sich von Bolt Thrower erwarten darf. So zieht sich das ganze wie ein roter Faden durchs Album. Wo es zu Beginn ruhig ist, wird kurze Zeit später mal mehr mal weniger in die Saiten gehauen. Bei „Final Revelation“ wird dermaßen wild gefrickelt, dass man sich im wohl bekannten Chaos Gewitter von Slayers Klassiker „Raining Blood“ wiederfindet. Den nötigen Groove lässt „Warmaster“ auch nicht vermissen, wie der Titeltrack als solches problemlos unter Beweis stellt. Ohne groß aus der Reihe zu tanzen, beendet „Afterlife“ das ganze, um mit den im Intro erwähnten sphärischen Geräuschen auszublenden.

Gibt es denn wirklich nichts Negatives zu vermelden? Nun Bolt Thrower sind halt Bolt Thrower und erfinden mit „Warmaster“ gemessen am heutigen Standard sicherlich nicht das Rad neu. Müssen sie aber auch nicht, denn ihr ureigener Stil erfreut sich auch viele Jahre nach diesem Machwerk größter Beliebtheit. Eben diesen muss man allerdings mögen, um sich bei „Warmaster“ zurecht zu finden. Freunde der technisch anspruchsvollen Rumskapellen werden hier wohl frustriert in die Röhre schauen. Dennoch ist dieses Album jedem ans Herz zu legen, der gerne ohne es zehn mal hören zu müssen um die Komplextität überhaupt erahnen zu können, gescheite Musik hören will – wo es eine Perle der Natur gibt, muss es auch eine (von vielen) Perlen des Death Metals geben. In diesem Sinne…

Bewertung: 9 / 10

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