CD-Review: Bolt Thrower - Honour Valour Pride

Besetzung

Dave Ingram – Gesang
Barry Thomson - Gitarre
Gavin Ward - Gitarre
Jo Bench - Bass
Martin Kearns – Schlagzeug

Tracklist

01. Contact Wait Out
02. Inside The Wire
03. Honour
04. Suspect Hostile
05. 7th Offensive
06. Valour
07. K-Machine
08. A Hollow Truce
09. Pride


Wir schreiben das Jahr 2001. Das britische Kriegsschiff BOLT THROWER steuert erstmals mit dem sympathischen ex-Benediction-Sänger Dave Ingram am Ruder die neue Fährte an. Sicherlich hat er große Fußstapfen zu beerben, neben dem typischen Groove im Sound war es vor allem Sänger Karl Willetts, der aus dieser Band stets etwas Besonderes machte. Wie dem auch sei, die Kanonen wurden auch ohne Willetts präpariert und BOLT THROWER blasen zur Attacke. Während das Frontbild der „Honour Valour Pride“ einen eher futuristisch gehaltenen Kampf zu vermitteln mag, bleiben die Engländer selbstverständlich ihrer klaren Oldschool-Linie treu. Wer möchte bei dieser Band auch schon moderne, experimentelle Waffen um die Ohren gefetzt bekommen?

Den idealen Einstand ins siebte Gefecht nach stolzen drei Jahren Wartezeit leistet Titel numero uno „Contact: Wait Out“, welches leise mit Gefechtsgeräuschen loslegt, bis kontinuierliches Doublebass-Drumming neben verdammt coolen Leads dominiert. Schnell wird deutlich, dass dieses Album zwischen Midtempo und beinahe doomigen Gefilden aufschlägt. Die Melodien sind unverkennbar, die Produktion ist sehr gut, was nicht immer so war, und Dave Ingram legt auf seinem einzigen Werk mit dieser Truppe eine grundsolide Arbeit nieder. Leider entpuppt sich dieses Album nach einigen Durchläufen als etwas schleppend. Während der Opener noch ein großes Album verspricht, enthalten Songs wie „7th Offensive“, oder „A Hollow Truth“ doch spürbare Längen. Das, wenn man so will, Dreigespann an Titelsongs hingegen erstreckt sich abwechslungsreich und wohl strukturiert. „K-Machine“ ist neben „Contact: Wait Out“ sicher der beste Song der Platte, so machte sich vier Jahre später, beim Wiedereinstieg Karl Willetts, selbiger gleich über diesen Song her und verlieh ihm beim Neueinspielen der Nummer gleich seine Stimmgewalt.

Allzu viel ist über dieses Werk leider nicht zu sagen. Es fehlt ein wenig der Kick. Freilich sind BOLT THROWER keine „Hyperspeed Blastbeatmonster“, und große Weiterentwicklung, wie es oftmals so nett heißt, sollte man eher bei tausenden von anderen Bands erwarten, aber die „Honour Valour Pride“-Bombe zündet einfach nicht. Weder liegt es an der typischen Stagnation, noch am gewohnten Minimalismus und schon gar nicht an Ingram. Hier kommt nach kurzer Zeit schon ein wenig Langeweile auf. Dennoch lassen sich die Songs für „zwischendurch“ gut anhören, und vor allem die angesprochenen beiden Highlights taugen jederzeit. Mehr ist es leider nicht und da inzwischen einige Jahre ins Lang gezogen sind und man mit dem 2005er Nachfolger „Those Once Loyal“ eine der stärksten Platten der Bandhistorie auf den Markt schmiss, kann man „Honour Valour Pride“ vielleicht als kleinen Ausrutscher bezeichnen.

Bewertung: 5 / 10

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