CD-Review: Bring Me The Horizon - That´s The Spirit

Besetzung

Oliver „Oli“ Sykes - Gesang
Lee Malia - Gitarre
Matt Kean - Bass
Matt Nicholls - Schlagzeug
Jordan Fish - Keyboard

Tracklist

01. Doomed
02. Happy Song
03. Throne
04. True Friends
05. Follow You
06. What You Need
07. Avalanche
08. Run
09. Drown
10. Blasphemy
11. Oh No


BRING ME THE HORIZON zählen seit Jahren zu den größeren und kommerziell erfolgreichen Acts der Metalcore-Szene. Die vor dem aktuellen „That´s The Spirit“ veröffentlichten vier Alben haben dem Quintett aus Sheffield diverse Preise eingebracht.

45 frische Minuten kredenzen BRING ME THE HORIZON und wie immer bei neuen Platten sind es für die Band die besten, die sie je produziert haben. In gewisser Weise kann man da geteilter Meinung sein, auf der einen Seite gibt es eine Menge sehr passabler Rock-Nummern im Heavy-Gewand zu hören, die sich wie einige Songs vom Vorgänger auch gut im Radio machen werden. Das sehr getragene und emotional-geschürte „Follow You“ zählt dazu, bei dem Sykes seine Stimme in Sphären treibt, die beinahe an Falsett erinnern. Das macht er gut und auch das Lied weist Qualität auf, die Beachtung rechtfertigt.
Generell liegt der Fokus entgegen früherer Werke deutlich näher am Klargesang und wenn mal Screams dazukommen, sind sie so „soft“ eingesetzt, dass man trotzdem noch jedes Wort verstehen kann. In diese Richtung zielt auch der transparente Sound ab, auch ohne Kopfhörer lassen sich die einzelnen Instrumente sehr leicht heraushören, das Ergebnis ist eine homogene Melange, die dennoch einige Heavyness aufweisen kann.
Auf der anderen Seite fehlt aber für eine Veröffentlichung im Metalcore eindeutig das entscheidende Stück Härte. Natürlich muss nicht durchgehend bei Tempo 180 gescreamt und geshoutet werden, was der Tank hergibt, aber etwas mehr Schwung hätte dem einen oder anderen Song sicher gut getan. Außerdem fehlt es der Platte an Ecken und Kanten. Es passieren selten überraschende Dinge, die Riffs sind glattgebügelt, die Breaks vorhersehbar und dem Sound fehlt ein gewisses Maß Räudigkeit. Wohltuend wirken da die vereinzelten Uptempo-Passagen beispielsweise in „Drown“, welches bereits Verwendung für das kürzlich veröffentlichte Live At Wembley fand. Für die Charts sind das alles sicher keine schlechten Voraussetzungen, aber der geneigte Metalfan würde sich wohl etwas mehr Esprit wünschen. Schon die sehr einheitliche Songlänge spricht eigentlich Bände und deutet darauf hin, welche Idee BRING ME THE HORIZON vermutlich im Hinterkopf hatte. Das ist nicht schlimm und macht das Material nicht schlechter, aber deutlich weniger spannend.

„That´s The Spirit“ wird fraglos seine Freunde finden, BRING ME THE HORIZON haben schließlich einen Stellenwert, der neue Alben zu gewissen Selbstläufern macht. Die Platte ist auch nicht schlecht, muss aber die eine oder andere Kritik hinnehmen. Für ein Metalcore-Album eigentlich viel zu zahm, aber wie sagte schon Bandleader Sykes: „Es ist mehr Rock als Metal, aber trotzdem hart.“ Das gilt auch für „That´s The Spirit“.

Bewertung: 7.5 / 10

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