CD-Review: Cavalera Conspiracy - Inflikted

Besetzung

Max Cavalera – Gesang, Gitarre
Marc Rizzo – Gitarre
Joe Duplantier – Bass
Iggor Cavalera – Schlagzeug, Percussion

Tracklist

01. Inflikted
02. Sanctuary
03. Terrorize
04. Black Ark
05. Ultra-Violent
06. Hex
07. The Doom Of All Fires
08. Bloodbrawl
09. Nevertrust
10. Hearts Of Darkness
11. Must Kill


Viele Jahre wurde über die Möglichkeit einer Sepultura-Reunion debattiert – mit einem einzigen Album dürften die Cavalera-Brüder Max und Iggor dieser Diskussion nun ein Ende bereitet haben. Unter dem Titel „Inflicted“ hat das Bruderpaar, als CAVALERA CONSPIRACY wiedervereint, ein Meisterwerk veröffentlicht, das zeigt, wie Thrash aus Brasilien im Jahr 2008 zu klingen hat.

Wer die Diskographie von Max Cavalera kennt, weiß, dass Tribal- oder Weltmusik-Elemente lange Jahre ein essenzieller Bestandteil seiner Musik waren. Während diese bei Soulflys „Dark Ages“ schon der harten, düsteren Stimmung untergeordnet beziehungsweise so gut in den Album-Flow integriert waren, so dass sie nicht mehr so herausstachen wie noch auf „Roots“ (Sepultura) oder „Prophecy“ (Soulfly), verzichtet die CAVALERA CONSPIRACY nun beinahe ganz auf solche Elemente. Lediglich in den Soli und Melodien von Mark Rizzo ist noch der Hauch Flamenko-Flair zu finden.

Diese Reduzierung auf das Wesentliche, nämlich die brachialen Riffs, das stampfende Drumming und den aggressiven Gesang, verhilft „Inflikted“ zu viel Stärke: Die Songs klingen noch direkter und durch verwendete Samples stellenweise auch moderner als die letzten Soulfly-Scheiben, ausgefeilter als ganz alte und schnörkelloser als die letzten Sepultura-Werke vor dem Split. So haben die nach vielen Jahren des Zerwürfnisses wiedervereinten Cavalera-Brüder hier ein Album geschaffen, das an Dynamik kaum zu überbieten ist, hart nach vorne geht, den Hörer dabei aber nie in einem Riffgewitter stehen lässt, sondern ihn in einem regelrechten Thrash-Sturm mitreißt: Kraftvoll, aggressiv und rau der Gesang, hart, präzise und treibend die Drums, getragen von groovenden Riffs, verfeinert mit schnellen, technisch eindrucksvollen Soli.

Auch mit der Cavalera-Tradition, Gastmusiker einzuladen, bricht „Inflicted“ nicht: Hier darf Rex Brown (Ex-Pantera) bei „Ultra-Violent“ den Bass schwingen. Am Ende dieses Songs findet sich, schön eingeflochten als kleine (und einzige) Verschnaufpause, ein Clean-Gitarren-Part, bevor es mit dem darauf folgenden „Hex“ schon bald wieder brachial und schnell weiter geht.
Das Ganze ist in ein fettes Soundgewand gekleidet, das wirklich keine Wünsche übrig lässt: Max, auch für den Sound verantwortlich, hat, unterstützt von Co-Produzent Logan Mader, auch in diesem Punkt ganze Arbeit geleistet: Klar, sauber und zeitgemäß klingt „Inflikted“, doch stets kraftvoll, aggressiv und griffig – das genaue Gegenteil also von den glattgebügelten Produktionen, mit denen Thrash-Alben in der heutigen Zeit aufwarten (man denke nur an neuere Veröffentlichungen aus dem Hause Destruction).

Egal ob Sepultura, Soulfly, Nailbomb oder die CAVALERA CONSPIRACY: Was Max Cavalera anfasst, wird lebendig, groovt, begeistert. Wenn dann noch sein Bruder mit von der Partie ist, kann die beiden wohl schlicht keiner stoppen. Zu dieser Erkenntnis kommt man nach dem Genuss von Klassikern wie „Arise“, „Chaos A.D.“, oder eben „Inflikted“ – denn dass dieses Album nur noch etwas Zeit vom Status des Klassikers trennt, steht fest.

Wenn die CC jetzt noch live die alten Sepultura-Klassiker zockt, wie Max dies mit Souflly schon seit jeher praktiziert, ist eine Reunion, nur um des Trademarks „Sepultura“ Willen, wirklich gänzlich überflüssig. Denn alles, was wir wollten, als wir uns jahrelang nach einer Reunion sehnten, war ein Meisterwek wie „Inflikted“.

Anspieltipps: „Inflikted“ & „Ultra-Violent“

Bewertung: 10 / 10

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