CD-Review: Conveyer - No Future

Besetzung

Danny Adams - Gesang
Ty Brooks - Gitarre
Nick Matako - Gitarre
Jake Smith - Bass
John Gaskill - Schlagzeug

Tracklist

01. Dust
02. Whetstone
03. Haunt
04. New Low
05. Disgrace
06. Levity
07. No Future
08. Carrier
09. Drift
10. Tunnel Vision
11. Parting Words


CONVEYER nehmen auf ihrem neuem Album „No Future“ eine gewohnt pessimistische Sicht auf die Welt ein. Kein Wunder, waren doch auch die Vorgänger „Worn Out“ und „When Given Time To Grow“ nicht von übermäßiger lyrischer Philanthropie geprägt. Passend dazu gibt es auf dem Cover von „No Future“ die Wolke eines Bombenabwurfes zu betrachten.

In Bezug auf den musikalischen Inhalt von „No Future“ ist Pessimismus jedoch nicht angebracht: Die Amis brennen ein Feuerwerk an melancholischem Hardcore-Punk ab, das gut mit dem Material der Kollegen von Counterparts, Defeater und Konsorten vergleichbar ist: „Dust“ legt mit einem mächtigen Refrain vor und in „Whetstone“ wird sogleich kompromisslos drauflos geprügelt. Wer besonders auf Letzteres steht, der sollte gleich zum Titeltrack vorskippen, der mit tonnenschweren Gitarren, Breakdowns, Dissonanzen und wütendem Gebrüll („Destroy Our Indifference“) über den Hörer hinwegdonnert.
Die Band versteht das Handwerk der Laut-Leise-Dynamik sehr gut, die Übergänge von ruhigen Gitarren-Parts zu krachenden Breakdowns und rasantem Uptempo-Hardcore sind zahlreich und wirken stets durchdacht: Wenn CONVEYER durch Songs wie „Disgrace“ und „Levity“ mit variablen Rhythmen, Breakdowns, massig Groove und Anflügen von Melodien durchwalzen, bleiben keine Wünsche mehr offen.
Der selten eingesetzte Clean-Gesang wirkt nie deplatziert, sondern trägt zur Atmosphäre der elf Tracks auf „No Future“ bei. „Drift“ gibt er kurzzeitig einen melodischen Touch, und in „New Low“ wird dadurch in Kombination mit den sphärischen Gitarren eine ganz eigene Atmosphäre geschaffen.

CONVEYER gelingt es auf ihrem neuen Album, in selten gehörter Weise Eingängigkeit zu schaffen – dies insofern, als „No Future“ zu keiner Zeit wirklich melodisch, sondern vordergründig rauh, düster und sehr hart ist. Nach einem Durchlauf ist erstmal Luftholen angesagt. A propos Luftholen: Die Art und Weise, wie Sänger Adams immer wieder über die Rhythmus-Gitarren hinweg schreit, ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal dieses Albums, das mit „Parting Words“ einen versöhnlichen Ausklang findet… auf dass diese Aufbruchsstimmung wieder niedergerissen werden kann.

Bewertung: 7 / 10

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