CD-Review: Deadborn - Dogma Anti God

Dezember 2018

Besetzung

Mario Petrović – Gesang
Jo Morath – Gitarre
Kevin Olasz – Gitarre
Giulio Rimoli – Bass
Slawek Foltyn – Schlagzeug

Tracklist

01. Veneration
02. Sense Of Delight
03. Canine Devotion
04. Dogma Anti God
05. Abortive Interment
06. Zero Moment Of Truth
07. Your Symbol Burns
08. Heretic Torment
09. Prayer in Exigence


Fans von technisch anspruchsvollem, schnellem Death Metal können sich zur Zeit nicht beklagen. Das Genre liefert am laufenden Band brauchbare bis starke Veröffentlichungen. Man muss allerdings nicht immer nur ausschließlich die aktuellen Top-Acts der Szene verfolgen, wie Obscura, Beyond Creation oder Archspire. Oft lohnt sich auch ein Blick auf die unbekannteren Künstler der Szene. So wie DEADBORN aus Baden-Baden, die mit „Dogma Anti God“ ihr drittes Album auf den Markt gebracht haben.

Im Grunde macht das Quintett zwar nichts wirklich anders oder innovativer als ihre Genre-Kollegen. Was DEADBORN hier präsentieren, hat man in diesem Stil schon oft gehört. Nicht allerdings in dieser Qualität. Mag das gehörte zwar nicht kreativ sein – überzeugend ist es allemal. Die Riffs sind mitreißend, verspielt und spannend. Dank einer Laufzeit von etwa 35 Minuten und Songlängen von durchschnittlich vier Minuten droht auch zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufzukommen.

Filler sucht man auf „Dogma Anti God“ vergeblich. Ob nun der abwechslungsreiche Opener „Veneration“, das brachial-rasante „Sense of Delight“ oder das groovige Doublebassgewitter in „Your Symbol Burns“: DEADBORN wissen stets, wie sie ihre Songs aufbauen müssen, um den Hörer nicht in all dem Gedresche zu verlieren, wie es so vielen anderen Tech-Death-Formationen gerne mal passiert.

Passend in Szene gesetzt wird die niederwalzende Musik durch den professionellen Sound von Kristian „Kohle“ Kohlmannslehner, der auch für die Produktionen der Alben Benighteds und Aborteds verantwortlich ist. Kohles berufliche Erfahrung hört man „Dogma Anti God“ an. Die Platte klingt modern und fett, ohne aber in die klassische Falle des Über- beziehungsweise Totproduzierens zu tappen.

Wer von technischem Death Metal nie genug bekommen kann, sollte unbedingt in „Dogma Anti God“ reinhören. Auch wenn DEADBORN es hier noch nicht schaffen, einen wirklich wiedererkennbaren, individuellen Stil zu kreieren, haben sie ein wahnsinnig unterhaltsames Album voller superpräziser Musik mit außergewöhnlich starken Riffs zustande gebracht und müssen sich damit vor den Stars der Szene definitiv nicht verstecken.

Bewertung: 8 / 10

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2 Kommentare zu “Deadborn – Dogma Anti God”

  1. Isthere Aname

    Hmm achso ok, das soll es also sein, das Album des Monats im Dezember!?
    Habt ihr irgendwie etwas nicht mitbekommen oder ist die neue Scheibe von Sulphur Aeon, die nebenbeibemerkt, auch ganz einfach das Album des Jahres sein könnte, einfach an euch vorbei gegangen?

    Ich will die Scheibe hier keineswegs schlecht reden, die ist sogar ganz anständig, wobei man 2018 auch deutlich besseres an Tech Death gehört hat, wie etwa Psycroptic, Beyond Creation oder Rivers of Nihil, um zu einem Schlusspunkt zu kommen Deadborn – Dogma Anti God ist ne saubere Scheibe, kann aber bei Weitem nicht an das heranreichen, was Sulphur Aeon im Dezember auf die Menschheit losgelassen hat.

    1. Simon Bodesheim Post Author

      Hallo Isthere Aname,

      die Abstimmung fand im Grunde wegen der üblichen Endjahresflaute zwischen Deadborn, Sulphur Aeon und Svartidaudi statt. Obwohl das Sulphur-Aeon-Album auch gut ist, hat Deadborn trotzdem bei der Wahl die meisten Stimmen bekommen. Auch ich persönlich fand „Dogma Anti God“ besser. Den aktuellen Hype um die Sulphur Aeon kann ich nicht ganz nachvollziehen. Es ist ein hörenswertes Album, für mich aber nicht mehr als das. Aber wir sind uns immerhin einig, dass es dieses Jahr schon stärkere Tech-Death-Platten gab. ;)
      Zur Sulphur Aeon kommt evtl. auch noch ein Review, aber nicht von mir, sondern von einem Kollegen.

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