CD-Review: Deicide - Scars Of The Crucifix

Besetzung

Glen Benton – Gesang, Bass
Eric Hoffman - Gitarre
Brian Hoffman - Gitarre
Steve Asheim - Schlagzeug

Tracklist

01. Scars Of The Crucifix
02. Mad At God
03. Conquered By Sodom
04. Fuck Your God
05. When Heaven Burns
06. Enchanted Nightmare
07. From Darkness Come
08. Go Now Your Lord Is Dead
09. The Pentecostal


Im Februar des Jahres 2004 schossen die amerikanischen Death Metal-Pioniere Deicide ihr achtes Studioalbum über den Äther. Gleichzeitig ist „Scars Of The Crucifix“ das Debüt bei Earache Records, die nach Roadrunner die neue Herberge für die Bösewichte bilden.Das Album startet mit dem Titelsong, der verdammt protzige Riffs durch die Boxen jagt. Ein teuflischer Schrei Glen Bentons ertönt und die Party geht los. Glen Benton gelangt in unmenschliche Stimmlagen, was Deicide sicher mit am interessantesten macht. Der Song kommt richtig gut und bietet einen äußerst melodischen Refrain. Zwar sagt man, dass die Band nie an die ersten beiden Alben („Deicide“ und „Legion“) herankommen wird, aber der Opener des neuen Eisens ist bärenstark. Das Album steckt voller vielfältiger Soli der beiden Hoffmann-Brüder. Im zweiten „Brüller“, ein Wort welches auf die Gesang von Benton wie zugeschnitten ist, hört man diese Soli auch schnell heraus und „Mad At God“ klingt doch einigermaßen abwechselungsreich. Auch „Conquered By Sodom“ beginnt mit filigranem Gitarrenspiel. Der Song ist dennoch eher unauffällig. So könnte man sicher auch das gesamte Album beschreiben. Mit dem eröffnenden Titelsong legt man die Messlatte der Scheibe gleich recht hoch, aber an die gewaltigen Rifffeuer kommt auf der Platte eigentlich kein Song mehr ran. „Fuck Your God“ ist sicherlich noch einer der besseren Stücke auf dem Album. Was Glen Benton für eine unmenschliche Stimme einbringt kann man an diesem Song auch wunderbar sehen. Das Deicide nicht die Meister der langen Songs sind, wird bei diesem neuen Werk schnell klar: Die insgesamt neun Titel haben eine Spielzeit von knapp mehr als 25 Minuten. Dies rechtfertigt nicht wirklich den Kauf des Albums, wie ich finde. Aber andererseits ist man von Deicide nichts anderes gewöhnt. „When Heaven Burns“ startet mit einem konfusen Sprach-Intro, endet aber äußerst böse. Riff-Gewitter stecken sicherlich in jedem Lied, dennoch klingt das Album etwas wie Brei, wenn man vom herausragenden Titelsong einmal absieht. Natürlich wissen die immer wieder aufklingenden Soli zu gefallen und auch der teilweise zweistimmige Gesang Bentons ist nicht übel, aber das Album als Ganzes betrachtet ist nicht wirklich ein Werk für die Kategorie „Death Metal Album des Jahres“.

Mit richtig viel Gas im Arsch schreitet man mit „Enchanted Nightmare“ zur Tat. Der Song ist wahnsinnig schnell und der gute Glen kommt kaum zum Luftholen. Dennoch ist diese Nummer nicht wirklich ein Argument für die Repeat-Taste. Zum Ende kann mich das Album gar nicht mehr überzeugen. Wie vorhin schon einmal erwähnt, kommt einem das Album wie Brei vor. Zwar bietet „Scars Of The Crucifix“ eine super Produktion, aber das hilft nichts, wenn man den einen Song nicht von dem anderen unterscheiden kann. Das mag vielleicht auch nur mir so gehen, aber der erste Song ist im Vergleich zu den folgenden eine andere Liga, ganz was anderes. Sicherlich ist das Album typisch für Deicide, aber leider kann es nicht so sehr überzeugen, wenn auch der erste Track ein klassischer „momentaner Lieblingssong“ ist. Zur beiliegenden DVD kann ich nichts sagen, da ich diese nicht gesehen habe. Aber dahinter vermute ich mal den Einheitsquark, den mittlerweile viele Bands liefern: Making Of, Interviews und Bilder.

Bewertung: 5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: