CD-Review: Deicide - Overtures Of Blasphemy

Besetzung

Glen Benton – Gesang, Bass
Mark English – Gitarre
Kevin Quirion – Gitarre
Steve Asheim – Schlagzeug

Tracklist

01. One With Satan
02. Crawled From The Shadows
03. Seal The Tomb Below
04. Compliments Of Christ
05. All That Is Evil
06. Excommunicated
07. Anointed In Blood
08. Crucified Soul Of Salvation
09. Defying The Sacred
10. Consumed By Hatred
11. Flesh, Power, Dominion
12. Destined To Blasphemy


Da ist er also wieder, der Urvater der medienwirksamen Blasphemie. Mit auf der Stirn eingebranntem umgekehrtem Kreuz verstörte Glenn Benton schon in den frühen Neunzigern das amerikanische Bürgertum, Berichte über das Töten von Tieren ließen Tierschützer gegen seine Band Sturm laufen und in Schweden wurde ein Konzert sogar von der Explosion einer Bombe begleitet. Aufhalten konnte das DEICIDE freilich nicht – vielleicht, weil sie „One With Satan“ sind, wie der Opener ihres neuen Werkes „Overtures Of Blasphemy“ nahelegt?

Fakt ist definitiv, dass Benton und seine Kollegen auch auf ihrem zwölften Studioalbum dem großen Verderber huldigen und umgekehrt kein gutes Haar am christlichen Gott lassen. Soweit also alles wie immer. Neu ist auf „Overtures Of Blasphemy“ Mark English, seines Zeichens ebenfalls Gitarrist bei Monstrosity, der gemeinsam mit Kevin Quirion die Sechssaiter bearbeitet, während Steve Asheim in gewohnter Manier sein Schlagzeug mustergültig zu Kleinholz blastet.
Beeindruckend an „Overtures Of Blasphemy“ ist, wie lässig die Band den Stil des Vorgängers „In The Minds Of Evil“ fortsetzt und zugleich ihren knallharten Death Metal immer wieder mit einer Portion Highspeed-Thrash („Excommunicated“), ein paar Melodien im Stile von „The Stench Of Redemption“ („Flesh, Power, Dominion“) oder Midtempo-Passagen („Destined To Blasphemy“) versetzt. So bleibt die Scheibe, auf der sich 38 Minuten Spielzeit auf 12 Songs verteilen, stets interessant, gerade weil es zwischendurch auch einfach mal eine stumpfe Abrissbirne wie „All That Is Evil“ gibt. Zudem ist die Arbeit der Leadgitarren auf Songs wie „Seal The Tomb Below“ sehr beachtlich – auch das ein Markenzeichen von DEICIDE.
Das liest sich nun wie eine klassische Alles-wie-immer-Platte. Das ist „Overtures Of Blasphemy“ auch durchaus – allerdings auf sehr hohem Niveau, sodass man es DEICIDE auf keinen Fall übel nimmt, dass sie nicht mit großen Experimenten aufwarten. Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall. Denn von einer so etablierten Band erwarten die Fans eben genau das, was sie bereits kennen und lieben. Und das liefern Benton und seine Mannen auch 2018 wieder ab.

So lässt sich letztlich festhalten, dass DEICIDE auch fünf Jahre nach ihrem letzten Album noch nicht müde geworden sind, Gott zu lästern und den Gehörnten zu preisen. Gegossen in trockenen und knüppelharten Death Metal ganz alter Schule liefern die Herren aus Florida auch mit „Overtures Of Blasphemy“ eine Scheibe ab, die all ihre Fans zufriedenstellen dürfte und gleichzeitig auch Genre-Neulinge für die Truppe begeistern kann, da es tatsächlich das beste DEICIDE-Album seit gut einer Dekade ist.

Bewertung: 8.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: