CD-Review: Deserted Fear - Dead Shores Rising

Januar 2017

Besetzung

Manuel Glatter – Gesang, Gitarre
Fabian Hildebrandt – Gitarre, Bass
Simon Mengs – Schlagzeug

Tracklist

01. Intro
02. The Fall Of Leaden Skies
03. The Edge Of Insanity
04. Open Their Gates
05. Corrosion Of Souls
06. Interlude
07. Towards Humanity
08. The Carnage
09. Face Our Destiny
10. Till The Last Drop
11. Carry On
12. A Morbid Vision (Bonus)
13. The Path Of Sorrow (Bonus) feat. Tomas Lindberg (At The Gates)


Mit ihrem Debüt „My Empire“ positionierten sie sich in der Szene, mit dem Nachfolger „Kingdom Of Worms“ wurden sie eine der heißesten Bands im Bereich des Old School Death Metal. Nun steht mit „Dead Shores Rising“ das dritte Album von DESERTED FEAR an und die Erwartungen könnten höher kaum sein.

Auch das Cover ihrer neuen Platte ziert, wie schon bei den beiden Vorgängern, ein gekröntes Skelett, das als Maskottchen der Band angesehen kann. Das Skelett über das Meer, mit einer brennenden Festung in seinem Rücken – eine passende Metapher für DESERTED FEAR. Denn mit ihren bisherigen Alben gelang es den Thüringern die Szene im Sturm zu erobern, nun macht man sich auf zu neuen Ufern, um auch diese zu verwüsten.
Die Reise beginnt mit einem stimmungsvollen Intro, das den Hörer in Alarmbereitschaft versetzt und zugleich eine gewisse Epik anklingen lässt, ganz so, als ob es der Soundtrack zum Beginn einer Schlacht auf der Kinoleinwand im Stile von „Herr der Ringe“ sein könnte. Keine zwei Minuten dauert der Spaß, ehe DESERTED FEAR zum Angriff übergehen und den Hörer eine Dreiviertel Stunde lang mit der groben Keule in den Boden hauen. Gefangene werden keine gemacht, Gnade wird anderen überlassen.
„Dead Shores Rising“ bietet dem Hörer jedoch mehr als nur stumpfes Geballer. Immer wieder wird die Gewaltfront von melodischen Leads und Soli unterlaufen, wird den beanspruchten Sinnen eine kurze Ruhepause gegönnt, ehe die Reise aufs nächste Schlachtfeld führt. Exemplarisch seien an dieser Stelle „The Fall Of Leaden Skies“ und „The Carnage“ genannt, bei denen die Melodien Raum zum Atmen bekommen und so das Dauerfeuer von DESERTED FEAR um eine weitere Facette bereichern und spannend halten. Zudem steigern die ruhigeren Momente die Effektivität und Härte des restlichen Materials.
Auch in puncto Geschwindigkeit zeigt sich die Band auf „Dead Shores Rising“ flexibel. So steht „Open Their Gates“ – der flottesten Nummer der Scheibe – mit „Corrosion Of Souls“ ein Song gegenüber, der mehr einer Dampfwalze gleicht, wohingegen die erste Videosingle „Face Your Destiny“ mit einem tollen Refrain begeistert, ehe mit einem Track wie „Towards Humanity“ der Hörer wieder unangespitzt in den Boden gerammt wird. Die CD-Version des Albums bietet mit „The Path Of Sorrow“ noch ein echtes Highlight, da diese Nummer von niemand geringerem als Thomas Lindberg (At The Gates) veredelt wird.

2017 hat kaum angefangen und schon gibt es den ersten Höhepunkt für alle Fans des Old School Death Metal. DESERTED FEAR haben sich mit ihrer dritten Platte selbst übertroffen. Brachiale Härte trifft auf kraftvolle Melodien, pfeilschnelle Riffing auf satte Grooves – „Dead Shores Rising“ bringt alles mit, was das Herz begehrt. Death-Metal-Album des Jahres? Dafür ist es sicher noch zu früh, aber die Messlatte ist schon mal enorm hoch gelegt.

Bewertung: 9 / 10

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