CD-Review: Deserted Fear - Demo 2010

Besetzung

Manuel Glatter – Gesang, Gitarre
Fabian Hildebrandt – Gitarre
Simon Mengs – Schlagzeug

Tracklist

01. Nocturnal Frags
02. Field Of Death
03. Scene Of Crime
04. Bury Your Dead


In Thüringen steht mit DESERTED FEAR eine bislang unbekannte, junge Death-Metal-Gruppe in den Startlöchern, die das Potenzial haben, so manche ihrer großen Genre-Kollegen wie einen ungeschminkten Boy George aussehen zu lassen (wie eine alte Tucke, richtig). Zur Zeit arbeitet das Quartett, das 2008 gegründet wurde, an seinem ersten Full-Length-Album, das dieses Jahr erscheinen und von Dan Swanö gemixt und gemastert werden soll. Hier geht es aber als Vorgeschmack zunächst um die bereits 2010 erschienene, unbetitelte Demo.

DESERTED FEAR spielen ihren Death Metal nicht ausschließlich, aber bevorzugt langsam und schmerzhaft, und versprühen dabei ordentlich Old-School-Flair. Als Einflüsse werden beispielsweise die Schweden von Dismember und Grave, die Holländer von Asphyx und God Dethroned, aber auch die Amis von Obituary genannt. Das kommt nicht von ungefähr, bieten die vier Jungs doch eine gekonnte Mischung der europäischen und amerikanischen Schule des Todesstahls.
Für eine selbstproduzierte Demo klingen die vier Songs unerwartet druckvoll, transparent und hochwertig – da hat manch professionelle Gruppe mit Label im Rücken schon bescheidenere Ergebnisse abgeliefert. Der Vierer setzt mehrheitlich auf fiese Doublebass-Walzen in gemäßigtem Tempo, so etwa der Opener „Nocturnal Frags“, der sogleich mit ordentlich Wumms losrollt, und das finale „Bury Your Dead“, das mit episch anmutenden Instrumental-Parts zu überzeugen weiß. Bei „Field Of Death“ und „Scene Of Crime“ zeigen sich DESERTED FEAR variabler und dynamischer: Ersteres fällt durch den durch Speed-Parts eingerahmten Refrain und das Tapping-Solo auf, während letzteres mit seinen Uptempo-Rhythmen an der Grenze zum Blastbeat den schnellsten Track darstellt, durch eingebaute Groove-Parts und allerlei Tempowechsel jedoch auch für Abwechslungsreichtum sorgt.

Was die Songs alle gemeinsam haben, sind das brutale Tremolo-Picking, tonnenschwere Riffs, eine tighte, mitreißende Rhythmusabteilung und einen Death-Brüllwürfel am Mikro, der diese Bezeichnung auch verdient hat – unterm Strich also eine durchweg überzeugende Performance aller Musiker. DESERTED FEAR wissen hier nicht nur von Anfang bis Ende zu unterhalten, sondern machen auch reichlich Appetit auf ihre erste Langrille. Überzeugte Todesmörtelfans sollten diese Band anchecken und im Auge behalten!

Keine Wertung

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