CD-Review: Diabolical - Eclipse

Besetzung

Sverker Widgren – Gesang, Gitarre
Carl Stjärnlöv – Gitarre, Gesang
Pär Johansson – Schlagzeug, Gesang
Dan Darforth – Bass, Gesang

Tracklist

01. We Are Diabolical
02. Betrayal
03. Black Sun
04. Failure
05. Inception
06. Hunter
07. Tyranni
08, The Fire Within
09. Requiem


Der Teufel ist im Black Metal bekanntermaßen allgegenwärtig. Da überrascht ein Bandname wie DIABOLICAL höchstens durch seine Einfallslosigkeit. Dass Bandgründer Sverker Widgren zeitweise auch bei Demonical aktiv war, ist hingegen fast wieder witzig. Immerhin: Musikalisch sind DIABOLICAL deutlich komplexer, als der Name vermuten lässt. Zumindest seit sie mit „Neogenesis“ 2013 dem thrashigen Black-Death abgeschworen haben.

Mit „Eclipse“ gehen DIABOLICAL diesen Weg konsequent weiter – so konsequent, dass Fans der frühen Alben um die neuen Songs getrost einen Bogen machen können: Wer das fetzige Black-Thrash-Riffing der ersten Alben sucht, wird auf ganzer Linie enttäuscht. Wer hingegen melodischem Black Metal aufgeschlossen gegenübersteht, sollte an „Eclipse“ unvoreingenommen herantreten und den Schweden eine (neue) Chance geben.

Noch deutlicher, als der Vorgänger hätte erwarten lassen, verlegen sich DIABOLICAL auf ihrem nunmehr fünften Album nämlich auf ausschweifende Melodien, Klargesang und symphonische Elemente, die sie geschickt mit kraftvollen Midtempo-Riffs verknüpfen. Bereits der Opener „We Are Diabolical“ bietet einen Mix aus Pathos und Energie, wie man ihn eher von Behemoth kennt – andererseits aber einen Mittelteil mit Klargesang, der auch von Enslaved stammen könnte. „Black Sun“ wiederum könnte ebensogut ein Überbleibsel aus Dimmu Borgirs „Abrahadabra“-Sessions sein. Und mit Stücken wie „Failure“ geben DIABOLICAL zwischendurch trotzdem nochmal richtig Gas – allerdings nicht, ohne auch hier einen dezenten Chor und eine weniger dezente Frauengesangslinie unterzubringen.

Was DIABOLICAL auf „Eclipse“ machen, ist mutig – immerhin verabschieden sich die Schweden damit nun endgültig von ihren Wurzeln und damit wohl auch von vielen ihrer Fans. Auf dem Feld des symphonisch/melodischen Black Metal schlagen sich die Schweden dafür nicht schlecht: Während die nochmal stärker „gezuckerte“ zweite Albumhälfte vielleicht etwas zu kitschig geraten ist, enthält vor allem die erste viele starke Kompositionen, die Hörer der erwähnten Bands zusagen dürften. Spannender als ein generisches Black-Thrash-Death-Album ist „Eclipse“ damit allemal.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: