CD-Review: Disturbed - The Sickness

Besetzung

Tracklist

01. Voices
02. The Game
03. Stupify
04. Down With The Sickness
05. Violence Fetish
06. Fear
07. Numb
08. Want
09. Conflict
10. Shout
11. Droppin' Plates
12. Meaning Of Life


Das Debüt der Vierer-Combo aus dem Süden Chicagos. „The Sickness“ kam in etwa zeitgleich mit Hybrid Theory, dem Erstling von Linkin Park, raus (der hierzulande wohl etwas mehr bekannt ist als Disturbeds Werk). Sie dürften den Wrestling-Fans aber vor allem schon bekannt, und zwar vom Stone Cold Steve Austin Themesong („Glass Shatters“).

Nun gut, zwei New Metal-Newcomer Bands, die allerdings so rein gar nichts gemeinsam zu haben scheinen. Disturbed’s Sound ist beim besten Willen nicht mit den üblichen New Metal-Bands vergleichbar, sie haben einen weitgehend eigenen Stil entwickelt. Hier vereinen sich kraftvolles Drumming mit harten und aggressiven Gitarren, die manchmal schon fast mit dem Bassspiel verschmelzen zu scheinen. Aus dem Sumpf der New Metal Schwemme wird die Band auch von der sehr abwechlungsreichen und aggressiv wie böse klingenden Stimme von Frontmann David Draiman hervorgehoben.

Das alles macht einen einzigartigen Stil, der sich auf eine besondere Weise böse und krank anhört. Und das im absolut positiven Sinne! Schon beim Opener „Voices“ wird man nicht mit einem langatmigen Intro aufgehalten, hier geht es gleich zur Sache. Ein überzeugendes Drumming und das starke Gitarren- und Bassspiel geben hier mit der aussergewöhnlichen Stimme die Marschroute für den Longplayer vor, wenn auch noch bessere Songs folgen werden. Schon der zweite Track „The Game“ fällt in diese Kategorie.

Nach einem doch recht psycho klingendem Intro und der ersten Kostprobe der Variationsmöglichkeiten Draimans Stimme werden wir mit einem starkem Brecher verwöhnt, der mit seinem geilen Bass alles in Grund und Boden zu stampfen scheint. „Stupify“ schließt ganz an diese Linie an und kann ebenfalls überzeugen, wenn es hier auch mit etwas mehr Melodie und weniger Härte angeht.

Mit einem starkem Drumintro beginnt der für mich stärkste Song „Down With The Sickness“. Extrem geiles Drum’n’Bass-Spiel wird hier über die gesamte Strecke geboten, die düsteren Gitarren geben hier eine extra Wütze dazu. Dieses Teil groovt schon bis zum geht-nicht-mehr mit seinen Killer-Bassriffs. Teilweise klingen hier die Vocals so richtig krank und gestört (so muss es sein, disturbed und sick). Wirklich ein klasse Stück Musik!

Ominöse Gitarren und und ein durchweg erdrückender Bass bestimmen das Geschehen bei „Violence Fetish“, dass mich nicht so sehr überzeugen kann, allerdings immer noch ein überdurchschnittlicher Song ist. Richtig heavy Riffs gibt es dann bei „Fear“ zu hören, und „Numb“ schleicht durch den grandiosen Gesang und trotz eines extrem harten und düsteren Basses dahin, stellt hier das ruhigste Stück – obwohl man das Wort ruhig bei dieser Band eigentlich nicht erwähnen darf. Besonders die Stimmlagenwechsel zwischen Strophe und Refrain sind sehr überzeugend.

Ein unheimliches Intro, nachdem Draiman alles in Grund und Boden brüllt, anschließend starke Riffs, die einen Midtempo-Kracher der Extraklasse machen. Die ruhigeren Einschübe mit den hier wieder richtig krankem Gitarrenspiel machen sich richtig gut.

„Conflict“ ist dann wieder ein schön harter Kracher mit einer sehr bösen und aggressiven Tonlage Draimans, die jedem seiner Feinde wohl Angst machen würde. Trotz der Härte kommt die Melodie nicht zu kurz. Das Team hatte hier anscheinend Spaß dran, ein bisschen am Mischpult zu spielen, was vor allem am Anfang deutlich wird, klingt aber nicht schlecht und – positiv – wieder ziemlich krank.

Nun folgt eine Coverversion. Dran glauben mussten diesmal Tears For Fears, denn hier wurde eine brachiale und hämmernde Version von Shout gemacht – „Shout 2000“ ist aber wirklich gut. „Dropping Plates“ hat recht viele Rap-Elemente in den Strophen, was aber nicht zwingend schlecht ist. Hier kommen die Backing Vocals – die ich bei den vorherigen Songs ungerechterweise nicht erwähnt habe – noch mal so richtig gut zur Geltung.

Ebenso tun sie das beim Rausschmeißer „Meaning Of Life“. Dieser klingt so richtig schön psycho, hämmert noch mal so gut es geht alles nieder und ist ein wahres Drumming-Monster, das ein sehr würdiger Abschluss für ein starkes Album ist, das fast durchgehend überzeugen kann und nur selten Längen aufweist. Alles wurde gesagt, ein starkes Debüt – Man darf auf mehr von den Amis gespannt sein!

Bewertung: 8 / 10

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