CD-Review: Disturbed - Asylum

Besetzung

David Draiman – Gesang
Dan Donegan – Gitarre
John Moyer – Bass
Mike Wengren – Schlagzeug

Tracklist

01. Remnants
02. Asylum
03. The Infection
04. Warrior
05. Another Way To Die
06. Never Again
07. The Animal
08. Crucified
09. Serpentine
10. My Child
11. Sacrifice
12. Innocence
13. ISHFWILF (U2-Cover; Hidden-Track)


Mit vier Studioalben hintereinander auf den ersten Platz der US-Billboard 200 Charts zu stürmen und auch einige Zeit dort zu bleiben – das haben bisher nur Metallica und die Dave Matthews Band geschafft. Und nun eben auch DISTURBED, deren aktueller Langspieler „Asylum“ wieder direkt auf Platz #1 der US-Billboard 200 Charts eingestiegen ist. Aufgenommen wurde wieder in Eigenregie, das anschließende Mixing und Mastering ebenfalls bandintern geregelt, kurzum: Man folgte dem Weg, den man bereits mit dem Vorgänger „Indistructable“ einschlug.

Selbiges lässt sich auch von der Musik an sich sagen, denn wie schon der Titeltrack „Asylum“ zeigt, hat sich auch mit Album Nummer fünf nichts geändert – rein gar nichts. Eines der markantesten Trademarks der US-Amerikaner ist und bleibt der unverwechselbare Gesang von Frontmann David Draiman in Verbindung mit seinen Shouts, die DISTURBED mitunter zu dem gemacht haben, was sie heute sind.

Die erste richtige Überraschung ereilt den Hörer dann mit dem darauffolgenden „The Infection“, das nicht nur verdammt gut ins Ohr geht, sondern auch ungeahnt dreckig ist, mit seinem rotzigen Riffing reinen Hard Rock-Flair versprüht. Ansonsten haben es die vier Mannen auch mit ihrem neuen Werk nicht so mit der Abwechslung, „Warrior“ und „Another Way To Die“ sind zwar DISTURBED durch und durch – aber eben auch nicht mehr. Erst mit „Crucified“ tut sich wenigstens aus instrumentaler Sicht ein erster Lichtblick in Sachen Abwechslung auf, der kurz darauf aber wieder dem gewohnten Schema-F weichen muss.

Das ist an sich kein schlechtes, so viel steht schon seit Jahren fest. Allerdings tun sich vor allem ab der zweiten Hälfte der 13 Titel starken Scheibe Ermüdungserscheinungen auf, die kaum mehr als „dezent“ abzutun sind. Seit 14 Jahren hat sich musikalisch kaum etwas getan, das erwähnenswert wäre und bisher sind die Gestörten damit auch immer auf einer sicheren Schiene gefahren. „Asylum“ zeigt sich zwar stellenweise gitarrenbetonter, schleudert auch gerne mal ein stimmungsvolles Solo aus den Anlagen – die erste wirkliche Überraschung gibt es aber erst am Ende des Silberlings. Der Hidden-Track „ISHFWILF“ mag dem geneigten Hörer unter dieser Bezeichnung kaum etwas sagen, den ausgeschriebenen U2-Hit „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“ sollte man aber kennen. DISTURBED wagen sich hiermit vielleicht auf dünnes Eis, interpretieren den Klassiker aber derart stimmungsvoll, dass er sich beinahe zum besten Song des gesamten Albums mausert. Sehr schön!

„Asylum“ ist letztendlich vielleicht genau das, was man von DISTURBED erwartet hat – gleichzeitig auch ein deutliches Zeichen dafür, dass durch absoluten Stillstand eben nicht alles besser wird und sich die Chicagoer vielleicht überlegen sollten, in Zukunft ein wenig mehr auf Risiko zu spielen. Nichtsdestotrotz rechtfertigen aber allein geniale Songs wie das übermächtige „The Infection“ den Kauf. Wer die letzten Alben mochte, wird „Asylum“ lieben – daran gibt es keinen Zweifel.

Bewertung: 7.5 / 10

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