CD-Review: Dornenreich - Hexenwind

Besetzung

Valnes – Gesang, Synth
Eviga – Gitarren, Tamburin und Hintergrundstimme
Michael Stein – Schlagzeug eingespielt

Tracklist

01. Von der Quelle
02. Der Hexe flammend´ Blick
03. Der Hexe nächtlich´ Ritt
04. Aus längst verhalltem Lied
05. Zu Träumen wecke sich, wer kann


Nach langer Zeit also sind die Österreicher zurück mit einem neuen Album, „Hexenwind“. Wer das Werk kennt, wird sich fragen, wieso denn Black Metal als Genre-Einstufung. Nun, ich möchte das mal so formulieren: DORNENREICH sind hier mystisch, dunkel, geheimnisvoll und haben den Charme vieler Black Metal-Meilensteine. Wer das Album noch nicht gehört hat, dem sei schonmal gesagt, es ist typisch DORNENREICH, es ist außergewöhnlich, es ist fantastisch.

Ich habe mich noch nie so ungebildet beim Formulieren einer Rezension gefühlt wie hier, ich dachte mein Wortschatz wäre zu gering, das Werk zu atemberaubend, um es zu beschreiben. DORNENREICH hatten angekündigt, dass „Hexenwind“ anders wird, aber so anders, wer hätte das gedacht? Schlechtes heisst das freilich nicht, nein, diese Scheibe ist absolut grandios, umwerfend. Die zwei Herren haben hier etwas erschaffen, was eine unheimliche Intensivität und Mystik aufwirft; den Hörer durch alle Gefühlslagen mitnimmt. Der Gesang wurde hier absolut zurückgeschraubt, diese hasserfüllten, extremen Vocals sind verschwunden. Stattdessen singt Valnes sehr behutsam, sanft und vermittelt doch so einiges an Gefühl. Das Flüstern Evigas ergänzt Valnes hier perfekt. Fast wie in Trance vernimmt man diese Musik teilweise, denn obwohl die Instrumente sehr schlicht eingesetzt sind, brilliert „Hexenwind“ durch eine unglaubliche packende Atmosphäre, wo man sich zurücklegen und sich ganz seinen Gedanken hingeben kann. Ohnehin darf man hauptsächlich den Instrumenten lauschen, die einfach perfekt miteinander agieren. Mal ein zauberhafter Einsatz der Akustikgitarre, mal ein treibendes und ebenso träumerisches Riff.Ich habe mir auch darüber Gedanken gemacht ob die einzelnen Lieder denn so lang sein müssten wie sie sind, denn gegen Ende wiederholt sich oft dieselbe Meldie. Aber letztendlich ja, denn gerade dieses Endlose verdichtet dieses Werk, knüpft den Klangteppich so einzigartig, dass es eine wahre Freude ist, zuzuhören. Hinzu kommen die Texte, die einfach DORNENREICH sind, denn sie unterstreichen diese dunkle Mystik, führen den Hörer ein in das hier durch die Musik aufgebaute Fantasiegebilde.

Um die Band zu zitieren: „…Zauber regt sich – sonderbar…“. So kann man das Album auf den ersten Blick sehen, denn zunächst befremdlich, offenbart sich einem eine vielschichtige, emotionsgeladene Klangwelt. Ich hörte einige Stimmen, welche „Hexenwind“ als langweilig abstempelten und ich kann diese Meinungen nachvollziehen aber nur unter einer Einschränkung: Sie haben sich schlicht zuwenig damit befasst, denn Easy Listening ist das hier nicht, man braucht Zeit um sich in dieser Welt zurechtzufinden. Doch ist das gelungen, kommt man schwerlich los. „Hexenwind“ ist eben doch DORNENREICH und nichts anderes.

Bewertung: 9.5 / 10

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