CD-Review: Earthship - Resonant Sun

Besetzung

Jan Oberg - Gesang, Gitarre
Sabine Oberg - Bass
Basti Grim - Schlagzeug

Tracklist

01. A Handful Of Flies
02. Smoke Filled Sky
03. Barren
04. Resonant Sun
05. Dormant
06. Whiplash
07. Crimson Eyes
08. River Of Salt
09. Swoon (Bonus Track)
10. Children Of The Revolution (T-Rex Cover - Bonustrack)


Nach einem kurzen Ausflug zum Label Napalm Records hat das EARTHSHIP wieder in seinem Heimathafen angelegt und so wird das fünfte Album „Resonant Sun“ (wie die ersten drei Platten) auf Pelagic Records veröffentlicht. Ein naheliegender Entschluss, hat doch schon 2011 auf der ersten Deutschland-Tour der Berliner Stoner-Sludge-Doom-Band Pelagic-Chef und The Ocean-Kopf Robin Staps neben Frontmann Jan Oberg die Klampfe geschwungen. Ansonsten neu an Bord des Erdenschiffes: Drummer Basti Grim, der auf dem aktuellen Album seinen Einstand feiert.

Lange Rede, kurzer Sinn: „Resonant Sun“ ist eine richtig runde Geschichte geworden. Große Stärken des Trios sind definitiv das abwechslungsreiche Songwriting und der facettenreiche Gesang von Oberg, dessen stimmliche Bandbreite von kehligem Knurren bis zu mehrstimmigen, cleanen Vocals, die bisweilen sogar an Alice In Chains erinnern („Barren“), reicht. Aber auch sonst werden das eine oder andere Mal die 90er-Jahre zitiert: So klingt das Riff von „Smoke Filled Sky“ ein wenig an Soundgarden zu „Badmotorfinger“-Zeiten und „Crimson Eyes“ wartet mit einem Intro auf, welches man sogar eher auf einer beliebigen Metal-Platte aus den 80ern erwarten würde, bevor die Nummer wieder Richtung tiefergestimmtes Riffgewitter kippt. Die Rhythmusgruppe, bestehend aus Obergs Ehefrau Sabine am Bass und zuvor erwähntem Neuzugang am Schlagzeug, weiß zu gefallen und groovt sich souverän durch die neun bzw. zehn Tracks (wenn man den Bonustrack „Children Of The Revolution“, ein T-Rex-Cover, mitzählt). Produziert wurde der neue EARTHSHIP-Longplayer übrigens von Jan Oberg persönlich im bandeigenen „Hidden Planet Studio“ in Berlin, welches gleichzeitig das Zuhause des Ehepaars ist. Die Mischung ist ausgewogen und passt ausgezeichnet zum Sound der Band – vor allem die auf Vocals und Schlagzeug eingesetzten, teilweise sehr dominanten Effekte verleihen den Songs jederzeit die passende Würze.

Ja, „Resonant Sun“ ist definitiv eine Sludge-Platte, zeugt aber, von den bereits angesprochenen 90er-Jahre-Vibes mal abgesehen, auch von anderen Einflüssen: Neben den naheliegenden Stoner-Rock- und Sludge-Passagen verbreiten EARTHSHIP beim Titeltrack „Resonant Sun“ durch die flächige, verhallte Leadgitarre und den cleanen Vocals regelrecht Postpunk-Feeling – eine schöne Abwechslung, zumal es viele Bands aus dieser Schublade gibt, die sich beim Songwriting fortwährend der gleichen Zutaten bedienen und dadurch auf Albumlänge auch gerne mal ein wenig langweilen. Wer also etwas für den Katalog von Pelagic Records übrig hat und Bands wie The Ocean, Baroness oder auch Crowbar mag, darf getrost zuschlagen.

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: