CD-Review: Elmsfeuer - Schatzsuche

Besetzung

Käpt'n Wirti - Gesang, Akustikgitarre
Dargon - Gitarre
Anni - Akkordeon
Franzi - Geige
Doc Holsch - Bass
Simon - Schlagzeug, Percussion

Tracklist

01. Intro
02. Schatzsuche
03. Klaus Störtebeker
04. Das wahre Leben
05. Tavernenspektakel
06. Die Schlange
07. Beim Klapperbautermann
08. Der Seemann
09. Seeräuberleyd
10. Unterm Sichelmond
11. Der zerbrochene Krug
12. Weltenrand


ELMSFEUER bedeutet Piratenrock. Die sechs Hessen spielen auf ihrem Debütwerk deutschsprachigen Folk, gespickt mit Witz und Ironie. Käpt’n Wirti und seine Mannschaft berichten in insgesamt zwölf Songs von brisanten Details ihrer Schatzsuche, einer gepflegten Tavernenprügelei und großen Schlachten. Das ist thematisch gesehen nicht neu, von der Ausgestaltung und Umsetzung allerdings bemerkenswert.

Die Arrangements mit Geige und Akkordeon wahlweise als Kontrast oder Ergänzung zu Gitarre und Bass sind stets eingängig und verraten ab und an die Metalhintergründe einzelner Crewmitglieder. ELMSFEUER beweisen über ihre gesamte „Schatzsuche“ hinweg ein hervorragendes Gespür für Melodieführung und Songaufbau, besonders im „Tavernenspektakel“ und bei „Seeräuberleyd“. Diese Qualitäten erinnern, speziell instrumental, an Bands wie Nachtgeschrei oder die frühen Tage von Zwielicht. Durchbrochen werde jene Melodien durch die stets klare Stimme des Kapitäns, der seine (Trink-)Befehle gibt oder von seinen Reisen erzählt. Der Gesang bewegt sich dabei in einem stimmlich überschaubaren Umfang und gerät auf Dauer wenig abwechlungsreich, passt aber von der Intonation zu den Kompositionen und textlichen Hintergründen.

So entführen die Seeräuber mit einer gehörigen Portion Rock in das Goldene Zeitalter und bedienen sich mittendrin beim instrumentalen „Beim Klabautermann“ an einer Melodiefolge, die besonders Freunden der Dropkick Murphys bekannt vorkommen dürfte. Am Ende erhält in der Ballade „Weltenrand“ auch die Liebe und der schmerzhafte Verlust Einzug ins Piratenleben, während davor unter anderem das etwas zu schmalzige „Der Seemann“ für die notwendigen Verschnaufpausen sorgen.
Und selbst wenn beispielsweise Vroudenspil erst auf ihrem letzten Release „Pulverdampf“ ebenfalls Klaus Störtebeker huldigten, so sind die Unterschiede zur ELMSFEUER’schen Umsetzung der gleichen Thematik hörbar. So bleibt trotz einiger Parallelen und Gemeinsamkeiten zu anderen Freibeutern am Ende ein Debüt, wie man es sich viel häufiger wünschen würde.

Bewertung: 7.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: