CD-Review: Empyreal - Psalms Of Forlorn Hope

Besetzung

Michael Bachmann - Gesang
Dennis Schneider - (Lead-)Gitarre, Komposition
Tobias Gold - Gitarre
Heiko Heckner - Bass
Jonathan Keller - Schlagzeug

Tracklist

01. Psalms Of Forlorn Hope
02. In Vain
03. Into The Void
04. Vengeance Is My God


Direkt nach nur einer EP auf das bekannte, norwegische Inferno Festival eingeladen zu werden, stellt nicht gerade den Normalfall für neugegründete Bands dar. Der bayerischen Formation EMPYREAL jedoch ist diese Ehre zuteilgeworden. „Psalms Of Forlorn Hope“ heißt jene Debüt-EP, auf der das Quintett in vier Songs seine Vision von melodischem, geschwärztem Extreme Metal präsentiert.

Warum die Veranstalter des Festivals mit Begeisterung auf das erste Lebenszeichen der Band reagierten, erklärt sich schnell: Bereits der eröffnende Titeltrack legt mit rasendem, aber dennoch melodischem Black Metal los, wie man ihn in den letzten Jahren vor allem von Bands wie Der Weg einer Freiheit gehört hat. Tatsächlich scheinen die Würzburger für die ebenfalls in Franken beheimateten EMPYREAL eine große Inspirationsquelle für diesen phänomenal starken Song gewesen zu sein, denn zu großen Teilen hätte dieser Track auch problemlos auf ein früheres Album von Der Weg einer Freiheit gepasst, ohne dass ein großer Unterschied aufgefallen wäre.

In dieser Hinsicht noch mal ein Stück beeindruckender zeigt sich „Vengeance Is My God“, das den markanten Stil Keep Of Kalessins derart makellos und perfekt imitiert, dass es selbst als Fan der Band nahezu unmöglich ist, stilistische, vor allem aber qualitative Unterschiede zu erkennen. Damit dürfte auch klar sein, dass die von der Band selbstgewählte, irreführende und bestenfalls lediglich auf den zweiten Track „In Vain“ passende Zuordnung zum Blackened Death Metal viel zu kurz greift: EMPYREAL fühlen sich merklich im gesamten Bereich des Extreme Metal wohl. Selbst in den rasantesten Blastbeat-Passagen gelingt es der Band, die Musik mit fetzigen Riffs und Gänsehautmelodien auszustatten.

Möchte man auf Teufel komm raus und mit der Lupe nach einem Kritikpunkt an „Psalms Of Forlorn Hope“ suchen, wäre dieser wohl, dass sich die erste Hälfte des etwas gemächlicheren „Into The Void“ nicht ganz auf demselben Level wie der Rest der EP bewegt. Wirkliche Verbesserungstipps und konstruktive Kritik kann man der Truppe aber nicht auf den Weg geben, denn EMPYREAL wirken auf ihrem musikalischen Debüt bereits professioneller als viele Bands, die schon seit über 20 Jahren gemeinsam Musik machen.

Mag es auch streitbar sein, ob das Kopieren anderer Bands wirklich der richtige Ansatz ist, kann man EMPYREAL für ihre erste EP „Psalms Of Forlorn Hope“ dennoch mit nichts anderem als Bewunderung begegnen. Einerseits in jeder Hinsicht perfekte Stilimitationen bei technisch und kompositorisch derart anspruchsvoller Musik abzuliefern, andererseits dabei aber dennoch mit davon abweichenden Genre-Interpretationen Vielseitigkeit zu demonstrieren – und das bei einem ersten Gehversuch wohlgemerkt – stellt eine absolute Spitzenleistung dar. Wer sich nicht daran stört, dass EMPYREAL hier munter aus bekannten Versatzstücken ihre eigene musikalische Vision zusammenbasteln, dem sei diese meisterhafte EP wärmstens ans Herz gelegt. Prognose: Noch ein bisschen am eigenen Profil basteln und die Jungs werden es sehr weit bringen. Alles andere wäre vollkommen abwegig.

Keine Wertung

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