Review Entombed A.D. – Dead Dawn

  • Label: Century Media
  • Veröffentlicht: 2016
  • Spielart: Death Metal

Der Schriftzug erinnert stilistisch an Nihilist und Entombed, das Cover an die mittlere Schaffensphase von Carcass – ganz klar, hier steckt Old School Death Metal drin. Sollte auch, denn ENTOMBED A.D. sind ja bekanntermaßen die (legitimen) Nachfolger der schwedischen Death-Metal-Legende und Szenebegründer Entombed. Nur ein knappes Jahr nach dem Debüt „Back To The Front“ hat die Truppe um Fronter L. G. Petrov bereits ihr zweites Album am Start, das den Titel „Dead Dawn“ trägt.

Bei dieser Veröffentlichungsrate kann man sich allerdings kaum des Gefühls erwehren, dass ENTOMBED A.D. etwas gut zu machen haben beziehungsweise es den Hörern und nicht zuletzt auch dem abtrünnigen Ex-Entombed-Mitglied Alex Hellid noch mal so richtig zeigen wollen. Denn dazu taugte das Quasi-Comeback-Album „Back To The Front“ ja nun wahrlich nicht.
Und so fängt „Dead Dawn“ dort an, wo sein Vorgänger aufhörte. Die Scheibe ähnelt Entombed, ohne wirklich Entombed zu sein, der Zusatz „A. D.“ hat also tatsächlich seine Daseinsberechtigung. Sicher, die Basics sind alle vorhanden: HM-2-Pedal – Check. L.G. Petrovs markante Growls – Check. Klassischer Old-School-Sound – Check. Innovation – null. Und auch wenn gerade dies einen leicht schalen Geschmack zurücklässt, ist doch nicht zu leugnen, dass gerade der letzte Punkt im Verhältnis zu den anderen bei einer Band wie ENTOMBED A.D. weitestgehend vernachlässigbar ist.
Denn Songs wie „The Winner Has Lost“ oder „Down To Mars To Ride“ überzeugen mit zackigen Riffs und auch „Midas In Reverse“ könnte ein fester Bestandteil zukünftiger Liveshows werden. Dies gilt ebenso für „Hubris Falls“, bei dem ENTOMBED A.D. den Fuß komplett vom Gaspedal nehmen und sich in doomige Gefilde vorwagen, was der Band sehr gut zu Gesicht steht. Allerdings ist die Gruppe ihrem legendären Vorgänger nicht nur in den guten Momenten sehr ähnlich, sondern auch in dem Umstand, dass man sich Tracks leistet, die schlicht zum Vergessen sind, wie etwa „As The World Fell“ und das anschließende Duo „Black Survival“ und „Not What It Seams“.
So kommen unterm Strich auf vier starke Songs auch drei Nullnummern, was für eine Band auf diesen Level und mit dieser Erfahrung schlicht zu viel ist. Zudem sind die verbleibenden drei Tracks auf „Dead Dawn“ ebenfalls keine Meisterleistungen, sondern allenfalls Durchschnittsware, was bei einer Truppe, die den Namen Entombed (fort-)führt, eher enttäuschend wirkt.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ENTOMBED A.D. mit ihrem schnell nachgelegten Zweitwerk sicher im Gespräch bleiben werden, vor allem auch, weil dieses Jahr bereits die Arbeiten an Album Nummer drei beginnen sollen. Man möchte der Gruppe zurufen, sich doch etwas mehr Zeit zu lassen, um eine Platte schreiben zu können, die weniger durchwachsen ist als „Dead Dawn“ und dem legendären Bandnamen dann vielleicht auch eher gerecht werden kann.

Wertung: 6.5 / 10

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