CD-Review: Epitimia - Thread

Besetzung

K. - Gesang
A. - Gitarre, Bass
I. - Gitarre, Gesang
K. - Schlagzeug, Gesang

Tracklist

01. Introduction
02. Downfall
03. Infirmity
04. Vale Of Tears
05. The Tree


EPITIMIA kommen aus Sankt Petersburg, Russland und starteten 2008 mit Ambient Black Metal, ehe sie sich später in Richtung atmosphärischen Post-Black-Metal orientierten. Ihr mittlerweile fünftes Studioalbum „Thread“ verbindet beide Elemente der Bandhistorie und würdigt gleichzeitig akustischen Dark Folk in den insgesamt fünf neuen Songs.

Das einleitende, rein akustische und instrumentale „Introduction“ verzaubert dabei auf ganzer Linie – auch wenn eigentlich nichts Spannendes passiert. Die Atmosphäre sorgt dennoch für ein wohliges Gefühl mit Gänsehautneigung. Die darauf folgenden eigentlichen Songs bewegen sich allesamt zwischen neun und knapp 13 Minuten Laufzeit.

Geprägt sind sie allesamt von Verzweiflung und Wut, spannend zeigen sich trotz englischer Titel die russischen Vocals. Dabei bewegen sie sich im schleppenden Doom-Tempo, hintergründig agiert das Quartett dennoch mit rasanten Black-Metal-Gewittern. Auch die dumpfe Doublebass trägt dazu einen beträchtlichen Teil bei. Plötzlich und unverhofft wird Platz geschaffen für akustische Parts, die in Post-Metal-Anteilen münden, die gerne in die Länge gezogen werden.

Bei der Intensität, die die Russen dabei an den Tag legen, sieht man gerne über kleinere Mängel in Bezug auf die Produktion hinweg. Allenfalls schleichen sich diese für kurze Sequenzen ein, meistens bei den Übergängen zwischen den verschiedenen Stilen. Dass sich die Songaufbauten und Stilelemente dabei sehr ähnlich sind fällt nur minimal ins Gewicht, entsteht doch so ein roter Faden, der die klare Handschrift EPITIMIAs trägt.

Trost- und hoffnunglos scheint die Welt von EPITIMIA auf „Thread“ zu sein, dennoch übermittelt sie durch die Folk- und Post-Metal-Anteile auch eine gewisse Wärme. Von diesem Wechselbad der Gefühle lebt das komplette Album, aber auch von der atmosphärischen Dichte, den verzweifelten Screams und den exotisch wirkenden Lyrics in russischer Sprache. Vom Underground haben sich EPITIMIA nicht zu weit entfernt, man merkt ihnen dennoch ihre Erfahrung an, die sie sich in über einer Dekade angeeignet haben.

Bewertung: 7.5 / 10

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