Interview mit A. und K. von Epitimia

Die russische Band EPITIMIA begann 2008 mit Ambient Black Metal, der sich über die Jahre zu atmosphärischem Post-Black-Metal gewandelt hat. Mit ihrer aktuellen Full-Length-Platte „Thread“ haben die Musiker ein vielversprechendes Album geschaffen. Im Interview mit uns berichten K. und A. von ihrem Nebenprojekt Depicting Abysm, warum sie die russische Sprache für ihre Musik nutzen und wie sie den Weg zum Metal fanden.


Eure Band heißt EPITIMIA. Könnt ihr uns die Bedeutung erklären?
EPITIMIA bedeutet Reue. Es sind die emotionalen Erfahrungen unseres lyrischen Helden.

„Thread“ ist euer fünftes Studioalbum. Wie fühlt sich Endfassung an? Wie waren die ersten Reaktionen von Fans und Presse?
Wir haben ein ziemliches gutes Album aufgenommen, wie wir denken. Es unterscheidet sich wiederum von unseren bisherigen Arbeiten. Wir haben die Geschwindigkeit unserer Musik erhöht und auch einige Dark-Folk-Parts hinzugefügt. Die meisten Kritiker und unsere Zuhörer sprechen darüber mit positiven Worten. Also denke ich, dass wir alles richtig gemacht haben.

Der Vorgänger „(Un)Reality“ wurde vor fünf Jahren veröffentlicht. Wie kam es zu dieser langen Arbeitsphase?
Ja, wir haben noch nie so lange an einem Album gearbeitet. Während der Arbeit an „Thread“ sahen wir uns mit kreativen Krisen und einigen Lebensschwierigkeiten konfrontiert. Aber jetzt ist alles super und dieses Album hat uns geholfen, alle Probleme zu überwinden.


Zum ersten Mal habt ihr beim deutschen Label Naturmacht Productions veröffentlicht. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Wir hatten schon früher eine gute Zusammenarbeit mit Naturmacht Productions. Dieses Label veröffentlichte zwei Alben unseres Nebenprojekts Depicting Abysm und wir freuen uns, dass auch unser neues EPITIMIA-Release dort erschienen ist.

Die russischen Vocals klingen für mich sehr exotisch. Warum benutzt ihr eure Muttersprache?
Wir würden eine andere Sprache, z.B. Französisch, verwenden, wenn wir sie kennen würden. Russisch klingt für uns vertraut. Es ist melodisch und hilft uns, unsere Ideen präzise umzusetzen.

Worum geht es bei euren Texten? Was sind eure Haupteinflüsse, wenn ihr sie schreibt?
Im Grunde genommen veranschaulichen unsere Texte die Erfahrungen unseres lyrischen Helden. Er ist unzufrieden mit verschiedenen Aspekten des Lebens, sowie mit seiner Persönlichkeit und seinem Handeln. Natürlich ist dieser Held eine Art Bild von uns selbst, aber nicht in einer buchstäblichen Beziehung. Es ist eine kreative Interpretation, die hilft, eine Geschichte zu erzählen.

Das Artwork ist meiner Meinung nach ein kleines Kunstwerk. Wer war dafür verantwortlich? Gibt es eine Bedeutung dahinter?
Auf dieser Platte wollten wir ein Artwork machen, das sich von unseren bisherigen Covern unterscheidet. So gab es weniger Photoshop-Arbeiten, sondern mehr Handzeichnungen. So fanden wir den russischen Illustrator Sepraven, der nach unseren Vorstellungen eine wundervolle Arbeit schuf. Der Name des Albums und Teile des Designs beziehen sich auf Moirai, die Schicksalsgöttin. Sie kontrolliert die Fäden des Lebens und der Schicksale der Menschen. Die restliche Bedeutung des Kunstwerks soll vom Hörer gefunden werden.

Ihr kommt aus Sankt Petersburg. Könnt ihr uns andere Metal-Bands aus Russland empfehlen?
Es gibt viele tolle Bands in Russland. Was Black Metal angeht können wir Brann, Moro Moro Land, Supruga, Ulvdalir, Veter Daemonaz, Blackdeath, Всполох, Stielas Storhett, Forgot und Plamen empfehlen.

Wie seid ihr zum Metal gekommen? Welche Bands sind eure Favoriten?
A.: Ich lernte Metal 2002 kennen, als mir ein Freund eine Metal-Hammer-CD gab, die ihm nicht sehr gefiel. Für mich wurde diese Musik zu einer Offenbarung, und ich begann, Alben aller Gruppen dieser Compilation zu kaufen – Tiamat, Therion, Tristania, Morgul, Lacrimosa und andere. Danach studierte ich weiter Metal-Musik und ihre Genres. Später lernte ich verschiedene Black-Metal-Stile kennen, insbesondere die depressive/atmosphärische Black-Metal-Szene. Im Moment sind meine Lieblings-Metal-Genres Black Metal und Technical Death Metal. Meine Lieblingsbands sind Selvans, Selbst, Anaal Nathrakh, Sad, Archspire, Sigh, Forgotten Tomb, Infamous und Windir. Ehrlich gesagt höre ich nicht nur Metal, es hängt alles von der Stimmung ab. Generell mag ich Slowcore und Art-Rock sehr gerne.

K.: Ich wurde von A. in Metal eingeführt. Er nahm die russische Pagan-Metal-Band Butterfly Temple auf Tape auf. Ihre größte Veröffentlichung „Dreams Of Northern Sea“ hat etwas von Tristania und Lacrimas Profundere. Ich mag es. Und da hat alles begonnen – ich fing an, Alben von Bands aus verschiedenen Metal-Richtungen auszugraben, die mir unbekannt waren, hörte mir Veröffentlichungen in großer Zahl an. Mehr als 15 Jahre sind vergangen und es hat sich nichts geändert: Der Appetit auf Musik (natürlich nicht nur Metal, sondern auch in anderen Genres) hat noch nicht nachgelassen. Meine Favoriten sind AenaonExtance, Amesoeurs – Amesoeurs, Battle Of Mice – A Day Of Knights, Beatrik – Requiem Of December, Black Sheep Wall – I Am God Songs, Callisto – True Nature Unfolds, Coldworld – Melancholie, Daylight Dies – Lost To The Living, Gris – Il Était Une Forêt…, Dystopia Nå! – Dweller On The Threshold und viele andere.

Wenn es um Tourneen geht: Spielt ihr live? Sind Shows in Deutschland geplant?
EPITIMIA hat noch nie live gespielt und wird es wahrscheinlich auch nicht. EPITIMIA ist ein Studio-Projekt.

Lasst uns am Ende dieses Interviews ein kurzes Brainstorming durchführen. Was kommt euch in den Sinn, wenn ihr die folgenden Begriffe lest:
Wladimir Putin: Wer zum Teufel ist das?
Nord Stream 2: Das müssen wir googeln.
Deutschland: Ein Land, das wir besuchen möchten!
Religion: Sklaverei
Pelmeni: Mit Kaffee
EPITIMIA in 10 Jahren: Erst der Anfang.

Die letzten Worte gehören euch – gibt es noch etwas, das ihr unseren Lesern sagen möchtet?
Vielen Dank für das Interesse an unserer Musik! Wir hoffen, dass eure Leser „Thread“ mögen werden. Es ist eine sehr persönliche und aufrichtige Arbeit.

Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

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