CD-Review: Evergrey - Torn

Besetzung

Tom S. Englund – Gesang, Gitarre
Henrik Danhage – Gitarre
Rikard Zander – Keyboards
Jari Kainulainen – Bass
Jonas Ekdahl – Schlagzeug

Tracklist

01. Broken Wings
02. Soaked
03. Fear
04. When Kingdoms Fall
05. In Confidence
06. Fail
07. Numb
08. Torn
09. Nothing Is Erased
10. Still Walk Alone
11. These Scars


Zwei Jahre nach „Monday Morning Apocalypse“ präsentieren die schwedischen Dark Melodic Metaller EVERGREY nun den Nachfolger „Torn“, ihr mittlerweile siebtes Studioalbum seit der Gründung im Jahre 1998. Einen personellen Neuzugang gibt es hier am Bass zu vermerken: Jari Kainulainen (ex-Stratovarius) tritt in die Fußstapfen von Fredrik Larsson.

Ansonsten ist bei dem Fünfer eigentlich alles gleich geblieben. Nach dem sehr schnörkellosen, trockenen und direkten Vorgänger tönt das neue Werk zwar wieder epischer und bombastischer, die musikalischen Zutaten sind aber schon jahrelang die gleichen: „Grundsolider Metal mit dunkler, manchmal gothic-artiger Atmosphäre, vor allem bedingt durch den Gesang von Tom S. Englund. Dazu tief gestimmte Gitarren, traurige Pianoläufe und ein knackiges Schlagzeug, verpackt in einer modernen Produktion.“, schrieb ich vor zwei Jahren zu „Monday Morning Apocalypse“ – und es gilt auch für die elf neuen Songs, die auf eine Gesamtspielzeit von 52 Minuten kommen.

Brauchte der Vorgänger dafür allerdings noch einen teuren externen Produzenten, übernahmen diesmal Sänger Tom S. Englund und Schlagzeuger Jonas Ekdahl diese Aufgabe selbst. Und immerhin: Der Sound ist druckvoll, energisch und dicht! Die Melodien können dieses Mal mitreißen und bleiben im Ohr hängen, was die Platte schon einmal klar positiv vom letzten Longplayer der Kapelle abhebt. Als Anspieltipp empfiehlt sich „When Kingdoms Fall“, danach sollte in etwa klar sein, wie dieses Stück Musik klingt. Nebenbei bemerkt: Es ist einer der vielseitigsten Tracks des Albums. Insofern bleibt mir noch wie vor verschlossen, was EVERGREY mit Progmetal zu tun haben – denn dieser wird ihnen von vielen Fans und Medien gern angedichtet.

Der Labelwechsel vom Prog-Verleger InsideOut zu einem anderen SPV-Unterlabel, nämlich Steamhammer, scheint daher sinnvoll. Die Zusammenarbeit dürfte fruchtbar werden: Da auch alle bisherigen Studiowerke der Band im Vertrag enthalten sind, dürfen sich Fans in Zukunft vielleicht auf Wiederveröffentlichungen mit massig Bonusmaterial freuen. Warten wir es ab, erstmal werden EVERGREY-Anhänger mit „Torn“ mehr als glücklich und zufrieden sein, auch wenn die Band nach wie vor zu wenig Eigenständigkeit und Experimentierfreude an den Tag legt. Dunklen, melodischen Metal, das machen viele Bands. Eine davon ist Evergrey. Aber „Torn“ hebt sie einmal mehr nicht aus dem Mittelfeld heraus.

Bewertung: 6.5 / 10

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