CD-Review: Feral Kizzy - Slick Little Girl

Besetzung

Kizzy Kirk - Gesang
Brenda Carsey - Gesang, Keyboard
Johnny Lim - Gitarre
Kevin Gonzalez - Bass
Mike Meza - Schlagzeug

Tracklist

01. Lapdog Apparition
02. Community Service
03. The Way We Are
04. Sally And The Emcee
05. Lament
06. Live Associates
07. Not My Mind
08. The Dinosaur
09. The Skin Is Thick
10. What Are You Doing?


So ungewöhnlich wie der Bandname kommt auch die Musik für den gemeinen Metalfan. Bei FERAL KIZZY handelt es sich um ein Quintett aus dem sonnigen Teil der USA, präziser stammt die Band aus dem kalifornischen Long Beach. Da ist es fast erstaunlich, dass sich die Truppe mit dunklem Pop befasst, würde man nicht eher Strand-Musik im Stile von The Mamas And The Papas erwarten?

Klar, der Einstieg ist etwas rhetorisch gehalten und so soll nicht gleich der Eindruck aufkommen, „Slick Little Girl“ sei ein Platte für die einsamen Stunden im heimischen Kämmerlein. Tatsächlich versprühen die zehn Songs sogar mehr als nur einen Funken Lebensfreude. Zwar ist die Musik langsam und meist akustisch gehalten, aber alleine die stürmisch drängende Stimme von Fronterin Kizzy Kirk sorgt nicht nur im Hochsommer für Frühlingsgefühle.
Dabei kann die junge Dame auch nachdenklich, nicht alle Lieder entfachen sofort ein entspanntes Feeling. Melancholische Nummern bilden also einen schönen Kontrapunkt und erinnern daran, dass nicht jeder Mensch mit einem Heiligenschein herumläuft.
Musikalisch denkt man, wie erwähnt, vorwiegend akustisch. Richtig verzerrte Gitarren gibt es nicht, das würde sicherlich nicht zum Konzept passen. So ist es schwierig, die Dynamik und den Spannungsbogen von „Slick Little Girl“ zu erfassen. Tempomäßig tut sich auf den gesamten 42 Minuten nicht viel und so klingen die Songs zwar allesamt recht cool, unterscheiden sich teilweise aber nur marginal voneinander. Das ist ein wenig schade, denn man merkt FERAL KIZZY schon an, dass sie sich Mühe und Gedanken gemacht haben, aber der letzte Funke will trotz einiger Ohrwurmmelodien nicht überspringen.
Wenn es Vergleiche braucht, mit denen auch der Metalfreund etwas anfangen kann, seien vielleicht am ehesten The Cure und mit Abstrichen auch Joy Division zu nennen. Das ist aber weder ein Plagiatsvorwurf an FERAL KIZZY, noch sollten sich Fans der Genannten über Material freuen, welches auch von ihren Helden hätte stammen können.

„Slick Little Girl“ ist auch für Freunde der härteren Gangart durchaus eine interessante Angelegenheit, aber der Geist muss ebenso offen wie entsprechende Beschäftigungszeit vorhanden sein. FERAL KIZZY haben ihre eigene Vision und lassen gerne daran teilhaben, ganz umsonst geben sie dies aber nicht preis.

Bewertung: 6.5 / 10

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