CD-Review: Fvnerals - Wounds

Oktober 2016

Besetzung

Tiffany Strom – Gesang, Bass
Syd Scarlet – Gitarre
Chris - Schlagzeug

Tracklist

01. Void
02. Wounds
03. Shiver
04. Teeth
05. Crown
06. Antlers
07. Where


Erst 2013 in Glasgow gegründet, stehen die Zeichen nicht schlecht für FVNERALS: Auf das ausverkaufte Debüt-Album ließen die Schotten einige Touren folgen, formierten sich anschließend für die Aufnahmen des nächsten Albums neu und konnten sich für das „Wounds“ betitelte Werk auch noch einen Deal mit dem Qualitätslabel Golden Antenna Records sichern.

Warum Golden Antenna FVNERALS neben Bands wie Junius, Kerretta, Phantom Winter, Planks, Radare oder Rosetta in ihrem Roster wollten, wird schnell klar, wenn man „Wounds“ eingelegt hat: Nach dem atmosphärischen Intro „Void“ weiß der Titeltrack „Wounds“ mit ruhigen, aber eindringlichen Klängen irgendwo zwischen Doom, Post-Rock und Ambient sogleich zu überzeugen. An diesem ersten Eindruck ändert sich über die insgesamt knapp 40 Minuten Spielzeit auch nichts mehr. Zum einen, weil FVNERALS mit ihrer sehr puristischen Art des Songwritings im restlichen Verlauf des Albums keine großen Kapriolen schlagen – zum anderen, weil sie mit dieser auf das Nötigste reduzierten Musik genau ins Schwarze treffen: Zwar funktionieren die sechs Stücke auch jedes für sich – beeindruckend wird „Wounds“ jedoch erst als Ganzes, durch das Zusammenspiel, den fließenden Übergang zwischen den einzelnen Songs.

So gelungen die instrumentale Klangwelt auch arrangiert sein mag – im Mittelpunkt der Soundkollage steht jedoch ohne Zweifel Bassistin und Sängerin Tiffany Strom: Ähnlich Carmen Susana Simões bei Ava Inferi, beeindruckt Strom bei FVNERALS mit einer dunklen, doch glasklaren Stimme, die den Hörer vom ersten Hauch an in ihren Bann zieht und sich grazil schwebend über das musikalische Fundament erhebt. Dennoch lohnt es sich, auch der Musik selbst Beachtung zu schenken: Denn erst durch die düstere Atmosphäre, die die melancholischen Melodien und schleppenden Akkorde kreieren, kommt die Schönheit und Eleganz des Gesangs voll zur Geltung. Dass das unspektakuläre Cover die Musik definitiv unterrepräsentiert? Geschenkt.

FVNERALS machen nicht viel anders als viele andere, die mit doomigen Klängen und Frauengesang punkten wollen – aber vieles besser als die meisten dieser Bands. So wird Atmosphäre auf „Wounds“ großgeschrieben. Herbeigeführt durch gekonnt zurückhaltend arrangierte Musik und eine Stimme, die ihresgleichen sucht. Ein Album, das süchtig macht!

Bewertung: 8.5 / 10

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