CD-Review: Gold - Interbellum

Besetzung

Milena Eva - Gesang
Thomas Sciarone - Gitarre
Nick Polak - Gitarre
Harm Haverman - Bass
Igor Wouters - Schlagzeug

Tracklist

01. One of Us
02. Antebellum
03. Love, The Magician
04. Gone Under
05. Dreams
06. North
07. Medicine Man
08. The Hunt
09. Ruby


Schon wieder Ván Records, schon wieder Holland und wieder der Retroeinschlag. Nach dem Vorgeschmack in Form einer erfrischenden 7“ im Frühling schieben GOLD jetzt Ende des Jahres ihr Debüt „Interbellum“ hinterher – ein lebendiges Stück Hardrock, das von Anfang bis Ende mitreißt.

Gitarrist Thomas Sciarone, der ehemals bei The Devil’s Blood in die Saiten schlug, schwingt nun bei seiner neuen Truppe GOLD das Zepter. Was die siebzigergeprägten Hardrock-Riffs angeht, ist die Nähe zur Ex-Band nicht zu leugnen – von den okkulten Themen bleibt jedoch keine Spur. Weniger psychedelisch, dafür umso intuitiver klingen die Gitarren.
Das Sahnehäubchen des Ganzen ist die gefühlvolle Stimme der Frau, die mit ihren rot geschminkten Lippen sämtliche Bandfotos schmückt. Milena Evas helle Stimme ist die vielleicht klarste und am wenigsten rotzige unter denen aktueller Frontfrauen wie Sofie-Ann von den Spiders, Jess von Jess And The Ancient Ones oder Christine Davis von Christian Mistress. Doch in Sachen Ausdruckskraft steht sie ihnen in nichts nach. Gefühlvoll, sehnsüchtig („North“), verführerisch („Medicine Man“), manchmal sogar poppig klingt ihr liebliche Gesang. Manch einem mag das zu kitschig sein (wie im großartigen Song „Antebellum“), doch das sei bei so viel Charme erlaubt. Die Melodien, wie im bittersüßen „Gone Under“, stehen etwas quer gegen die Gitarren, gehen aber sofort ins Ohr des ob der coolen Riffs ununterbrochen mitwippenden Kopfs.
Dank des straighten Songwritings funktioniert die Scheibe ab dem ersten Durchgang. Jeder weitere bringt einen ins Grübeln, was denn nun wohl der beste Hit der Platte ist. Eine Ausnahme in Sachen Eingänigkeit ist der Abschluss „Ruby“, welcher als Einziger die Sieben-Minute-Grenze knackt und, zunächst unheilvoll beginnend, über psychedelisch verworrene Passagen zu einem emotionsgeladenen Abschusssolo (beigesteuert von Vanderbuyst-Gitarristen Willem Verbuyst) aufblüht.

Eine eindrucksvolle Scheibe, die einmal mehr zeigt wie ehrlicher, leidenschaftlicher Hard Rock im Jahre 2012 auszusehen hat. Die Gitarristen geben ihr Bestes, die Sängerin legt all ihr Gefühl in ihr Organ und die Produktion ist natürlich erdig, ohne dabei künstlich altbacken zu wirken. Mehr davon, bitte!

Bewertung: 8.5 / 10

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