CD-Review: Hardcore Superstar - HCSS

Besetzung

Jocke – Gesang
Vic – Gitarre
Martin – Bass
Adde – Drums

Tracklist

01. Don’t Mean Shit
02. Party 'Til I’m Gone
03. The Cemetary
04. Off With Their Heads
05. Fly
06. The Ocean
07. Touch The Sky
08. Growing Old
09. Glue
10. Messed Up For Sure


Das Cover von "HCSS" von Hardcore Superstar

Die Schweden HARDCORE SUPERSTAR formen seit fast 20 Jahren die Speerspitze des moderneren skandinavischen Sleaze Rock und veröffentlichen seit 1998 mit schöner Regelmäßigkeit hochwertige Platten. Nachdem die letzten drei Alben über den Label-Riesen Nuclear Blast erschienen sind, hat sich die Truppe nun mit Gain Music ein neues Zuhause gesucht und veröffentlicht mit „HCSS“ ihr inzwischen zehntes Studioalbum.

Egal, ob man sie nun mag oder nicht, Stillstand kann man HARDCORE SUPERSTAR definitiv nicht vorwerfen: Selbst nach 20 Jahren im Geschäft gelingt es der Truppe noch, ihren Sound frisch zu halten. Zwar haben die Herren im Vorfeld der Veröffentlichung von „HCSS“ großspurig behauptet, wieder zum Sound ihrer Demos von 1994 zurück gekehrt zu sein, aber das ist so natürlich nicht ganz richtig. HARDCORE SUPERSTAR fügen ihrem bekannten Sound auch hier wieder neue Facetten hinzu, allerdings hat der mit der jugendlichen Raubeinigkeit von Alben wie „Bad Sneakers And Pina Colada“ nicht mehr viel zu tun. Muss es auch nicht.

Erinnern Stücke wie „Don’t Mean Shit“ und „Party ‘Til I’m Gone“ noch an die den Spät-70er entliehene Punk-Attitüde des Vorgängers „C’mon Take On Me“, so gibt es in „The Cemetery“ frischen Wind. Derart tanzbare Rhythmik und Arrangements sind bei den Schweden so bestimmt noch nicht vorgekommen und auch in „Touch The Sky“ stellen die Herren auf „HCSS“ viel Experimentierfreude zur Schau. Insgesamt schlagen HARDCORE SUPERSTAR auf ihrem neuen Album gerne mal etwas ruhigere Töne an, was etwa im gefälligen „Off With Their Heads“ zur Geltung kommt und in einer bluesigen, offenkundig von Guns ’n‘ Roses inspirierten Nummer wie „Fly“ gipfelt – das konnten die Jungs schon immer ziemlich gut, allerdings erreicht das Ganze hier eine neue Qualität.

Nach 20 Jahren Dienstzeit muss man sich natürlich auch mal mit dem Älterwerden auseinandersetzen und so verarbeiten die Herren in ihr allmählich fortschreitendes Alter in „Growing Old“. Wer hier allerdings eine weitere Ballade erwartet, ist auf dem Holzweg, denn es handelt sich dabei viel eher um eine ziemlich kernige Sleaze-Rock-Nummer. Die neue Experimentierfreude im Hause HARDCORE SUPERSTAR macht sich übrigens nicht nur in einem abgefahrenen Synthie-Intro bemerkbar. So gelingt es den Schweden, sich auf „HCSS“ einmal mehr weitgehend neu zu erfinden – diese Änderungen mögen zunächst ein bisschen befremdlich wirken, aber dennoch ist die neue Platte der Jungs aus Göteborg absolut hörenswert und wächst mit jedem Durchlauf. Obendrein bietet die Truppe hier ein paar der besten Leadgitarren ihrer bisherigen Karriere.

In ihrem Song „Growing Old“ singen die Herren “we all can change“ und ihr neues Album liefert den besten Beweis für diese Behauptung. Auf „HCSS“ entdecken HARDCORE SUPERSTAR einmal mehr neue Facetten an ihrem etablierten Sound bzw. fügen ihm neue hinzu. Daran muss man sich bisweilen erst gewöhnen, langweilig sind diese Neuerungen aber garantiert nicht und zeigen, dass HARDCORE SUPERSTAR auch 2015 nichts von ihrer Relevanz verloren haben.

Bewertung: 7.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: