CD-Review: Hardcore Superstar - Split Your Lip

  • Veröffentlichung: 2010
  • Label: Nuclear Blast
  • Spielart: Hard Rock
Besetzung

Joakim "Jocke" Berg – Gesang
Vic Zino – Gitarre
Martin Sandvick – Bass
Magnus "Adde" Andreasson – Schlagzeug

Tracklist

01. Sadistic Girls
02. Guestlist
03. Last Call For Alcohol
04. Spit Your Lip
05. Moonshine
06. Here Comes The Sick Bitch
07. What Did I Do
08. Bully
09. Won`t Go To Heaven
10. Honeymoon
11. Run To Your Mama


Gerade mal ein Jahr mussten sich alle HARDCORE SUPERSTAR-Fans dieser Welt gedulden, um ein neues Album der Schweden in ihren Händen halten zu können. „Beg For It“ erblickte das Licht der Welt im Juni 2009, im November diesen Jahres folgte nun mit „Split Your Lip“ der direkte Anschlusstreffer.

Nachdem das in Verbindung mit dem Albumtitel äußerst mehrdeutige Coverartwork verdaut und mit „Sadistic Girls“ der erste Track durch die Anlage geschickt wurde, sollte der geneigte Hörer auch recht schnell merken: Im Hause HARDCORE SUPERSTAR hat man sich hörbar weiterentwickelt. War „Beg For It“ vielen Fans ein wenig zu durchdacht und trotz aller Eingängigkeit nicht ganz so leicht zu erfassen, ist Album Nummer acht ganz bewusst so einfach wie möglich gehalten. Wer nun denkt, dass das die Qualität schmälert, fehlt weit.
„Split Your Lip“ hat einen nicht abzustreitenden Partycharakter, der sich nicht nur im Opener, sondern auch mit den darauf folgenden „Guestlist“ (einer Abrechnung mit allen Gästeliste-Schmarotzern) und der Durchhalte-Hymne „Last Call For Alcohol“ offenbart. Die Schweden rocken wieder hart, haben ihren melodischen Sleaze-Touch aber weiter ausgebaut. Vor allem Frontmann Joakim „Jocke“ Berg weiß durch seinen schnörkellosen röhrenden Gesang zu überzeugen, der der ganzen Geschichte zusätzlich einen zarten Glam-Anstrich verpasst. Gitarrist Vic Zino, dessen zweite Scheibe mit der Band „Split Your Lip“ erst ist, zaubert Riffs aus den Ärmeln, von denen eins besser ist als das andere und macht deutlich, dass HARDCORE SUPERSTAR nicht zuletzt auch von seinen grenzgenialen Hooklines leben.
Die Eingängigkeit der Scheibe zeigt sich zum einen durch die straighte Instrumentalisierung – und zum anderen eben auch durch die leicht verständlichen Lyrics, die weder versteckte Botschaften noch doppeldeutige Interpretationsgrundlagen bieten. Am Beispiel des Titelsongs „Split Your Lip“ – der sich in Zukunft mit Sicherheit zu der HARDCORE SUPERSTAR-Livehymne überhaupt entwickeln wird – lässt sich das anschaulich erklären. Diesen Song schrieb Schlagzeuger Adde, als er bei einem Eishockeyspiel eine Schlägerei unter den Spielern beobachtete und merkte, wie sehr das Publikum darauf abfuhr – genau so spontan entstand auch der Großteil der restlichen Nummern.
Dass ein Song wie „Here Comes The Sick Bitch“ ursprünglich als UpTempo-Kracher gedacht war und erst im Studio zu einem Akustik-Stück umkomponiert wurde, sagt viel über die Schweden aus. Tatsächlich kommt man nicht umhin Schlagzeuger Adde zuzustimmen, dass man für so eine „nackte“ Nummer dickere Eier braucht, als für ein von Stromgitarren unterstütztes Heavy-Brett – Gleiches gilt auch für das im selben Stil intonierte Schlusslicht „Run To Your Mama“.

Letztendlich darf man anhand dieses Hard/Sleaze Rock-Monsters froh sein, dass sich die Skandinavier tatsächlich nur ein Jahr dafür Zeit gelassen haben. „Split Your Lip“ ist das eingängigste und hitträchtigste Album, das HARDCORE SUPERSTAR bisher auf den Markt geworfen haben. Vor allem auch live dürften die neuen Songs eine absolute Macht sein, Mitgröhl-Parts gibt es zuhauf. Eine geniale Party-Scheibe für einen unbeschwerten aber alkoholreichen Abend!

Bewertung: 8.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: