CD-Review: Hate - Tremendum

Besetzung

Adam The First Sinner – Gesang, Gitarre
Pavulon – Schlagzeug

Tracklist

01. Asuric Being
02. Indestructible Pillar
03. Svarog's Mountain
04. Numinosum
05. Fidelis Ad Mortem
06. Into Burning Gehenna
07. Sea Of Rubble
08. Ghostforce
09. Walk Through Fire


Obwohl sie ein Jahr älter sind, werden HATE gerne als der „kleine Bruder“ ihrer Landsmänner von Behemoth bezeichnet. Und wie das so ist unter Geschwistern, hört das der Erstgeborene natürlich nicht unbedingt gerne. Trotzdem dürften die Würfel hier gefallen und die Rollen verteilt sein: Auch 2017 kommen HATE nicht daran vorbei, sich an ihren weit bekannteren Genrekollegen messen zu lassen.

Denn während Behemoth ihren Sound konstant weiterentwickeln, bleiben HATE sich und ihrem Stil vergleichsweise treu – und der weist nun einmal unverkennbare Parallelen zum Stil von Behemoth zu „The Apostasy“-Zeiten auf. Das ist nicht per se ein Problem: Erst mit ihrem letzten Album, „Crusade:Zero“ legten HATE im Jahr 2015 einen ordentlichen Brecher vor, der zudem mit überraschend viel Abwechslungsreichtum aufwarten konnte. Zum Problem wird das erst, wenn dieser Abwechslungsreichtum nicht gegeben ist – womit wir auf die neueste CD aus dem Hause HATE zu sprechen kommen: „Tremendum“.

Schrecklich („tremendum“) ist das Werk freilich nicht – ganz im Gegenteil, einmal mehr liefern HATE ein gefälliges Album ab, das in der Grauzone zwischen Black und Death Metal sein Unwesen treibt. Allein, das Unwesen ist ebenfalls wenig tremendum, wenig furchteinflößend – sondern eigentlich ein sehr zahmes Geschöpf, das einem zwar ein freundliches Kopfnicken entlockt, den Hörer aber weder anspringt noch umhaut. Woran das genau liegt, ist nicht ganz einfach auszumachen: Eine knappe Dreiviertelstunde lang feuern HATE schnittige Riffs ab, brüllt Bandleader Adam The First Sinner wild und kraftvoll ins Mikrophon, lassen sich HATE keinen Fehler zu schulden kommen. Spannung baut sich – nicht zuletzt der geringfügigen Variation zwischen den einzelnen Riffs wie auch den verschiedenen Songs – dabei jedoch keine auf: Höhepunkte gibt es auf „Tremendum“ ebenso wenig wie Tiefschläge.

Tremendum“ ist eines jener Alben, bei denen der auffälligste Moment der ist, wenn es im Zimmer wieder still wird und man realisiert, dass die Musik vorbei ist – ohne allerdings einen irgend gearteten, bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Das ist schade, haben HATE doch bereits einige wirklich starke Albem vorgelegt und durchaus musikalisches Talent, das sie auch auf „Tremendum“ unter Beweis stellen. Allein, das Gespür für das Außergewöhnliche scheint den Polen zu fehlen.

Bewertung: 6 / 10

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