CD-Review: Hate - Crusade:Zero

Besetzung

Adam the First Sinner – Gesang, Gitarre, Bass
Destroyer – Gitarre
Pavulon – Schlagzeug

Tracklist

01. Vox Dei (A Call From Beyond)
02. Lord, Make Me An Instrument Of Thy Wrath!
03. Death Liberator
04. Leviathan
05. Doomsday Celebrities
06. Hate Is The Law
07. Valley Of Darkness
08. Crusade Zero
09. The Omnipresence
10. Rise Omega The Consequence!
11. Dawn Of War
12. Black Aura Debris
13. The Reaping (Bonus-Track)


Bereits 1990 gegründet, fristeten die polnischen Death-Metaller HATE ziemlich lange ein eher unspektakuläres Underdog-Dasein. Während es Bands wie Vader, Decapitated oder Behemoth über die Jahre zu beachtlicher Bekanntheit brachten, blieb HATE internationale Anerkennung lange verwehrt. Mit viel Gehässigkeit könnte man gar unterstellen, dass es musikalisch bis heute nicht zum großen Durchbruch gereicht hat – war es doch weniger das letzte Album, „Solarflesh: A Gospel Of Radiant Divinity“, denn viel mehr der so überraschende wie tragische Tod von Bassist Mortifer auf der Europatour mit Hypocrisy im Jahr 2013, der HATE einen Bekanntheitsschub versetzte.

Der Band zu unterstellen, sie habe diesen ausgenutzt, mag zu weit gehen – Fakt ist aber, dass HATE seitdem in Deutschland live präsenter waren als je zuvor – und auch im Studio scheinen die Polen sich mächtig ins Zeug gelegt zu haben: Nur zwei Jahre nach „Solarflesh“ steht nun mit „Crusade:Zero“ nämlich das mittlerweile neunte Album der Polen in den Läden.

Geboten wird, wie nicht anders zu erwarten, jene typisch polnische Interpretation des Begriffs Death Metal, die man sowohl von den Vorgänger-Alben, als auch von den Veröffentlichungen der bereits genannten Bands nur all zu gut kennt. Dabei gehen HATE auf ihrem neuesten Album nicht nur gewohnt versiert, sondern auch ungewohnt abwechslungsreich zu Werke. So verlassen sich HATE dieses Mal nicht allein auf rohe Riffs, sondern achten – man möchte sagen: endlich – auch mehr auf Atmosphäre. So ist „Crusade:Zero“ ein rundum gelungenes Album, das grooved und fetzt, durch ruhigere Passagen und fast schon entspannte Soli aber genug Abwechslungsreichtum bietet, um den Hörer über 50 Minuten Spielzeit bei der Stange zu halten.

Das Problem, mit dem „Crusade:Zero“ zu kämpfen hat, ist ein anderes. Es heißt „The Satanist“. Denn so sehr sich HATE auch bemühen, innovativ zu sein, sind sie am Ende doch nur der Hase, der enttäuscht feststellen muss, dass der Igel Behemoth doch wieder vor ihnen im Ziel war. So bietet „Crusade:Zero“ für sich genommen gute Unterhaltung und hätte durchaus das Potential, sich mit „Evangelion“ zu messen – durch Nergals aktuellen Geniestreich sind Behemoth jedoch längst wieder außer Reichweite. Für ihre Unbeirrbarkeit und Beharrlichkeit, vor allem aber ein durchweg starkes neuntes Album verdienen HATE dennoch Respekt.

Bewertung: 8 / 10

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