CD-Review: Havok - Point Of No Return (EP)

Besetzung

David Sanchez – Gesang, Gitarre
Reece Scruggs – Gitarre
Jessie De los Santos – Bass
Pete Webber – Schlagzeug

Tracklist

01. Point Of No Return 02. From The Cradle To The Grave 03. Arise (Sepultura-Cover) 04. Postmortem/Raining Blood (Slayer-Cover)


or ziemlich genau einem Jahr bewiesen die Nachwuchs-Thrasher von HAVOK mit ihrem neuen Album „Time Is Up“, dass sie es inzwischen in die Oberliga ihres Genres geschafft haben – pünktlich zu ihrer derzeitigen Europatour wartet die Band mit der nächsten Veröffentlichung auf, denn mit „The Point Of No Return“ schiebt die Truppe gleich noch eine EP hinterher, die neben zwei HAVOK-Originalen auch Coverversionen enthält.

Bei den beiden Originalsongs handelt es sich dabei um durchweg anständige Thrash-Metal-Abrissbirnen, wie sie typischer nicht sein könnten, wobei hier wie auch schon auf „Time Is Up“ alle Stärken der Band bestens zur Geltung kommen: Das Riffing ist tight, die Leadgitarrenarbeit wie immer auf höchstem Niveau und Frontmann David Sanchez klingt nach wie vor stark nach dem jungen Chuck Billy. Überhaupt erinnert das Gebotene mit seiner Verbindung aus dreschmetallener Härte und Melodie nicht selten an die frühen Testament – das dürfte Fans der Truppe hier aber kaum zum ersten Mal auffallen.

In „From The Cradle To The Grave“ „slayert“ es dann zwischenzeitlich auch noch gewaltig, was nicht nur für gnadenlosen Groove sondern auch für das ein oder andere Schmunzeln sorgen dürfte. Natürlich haben sowohl besagte Nummer als auch das eröffnende „Point Of No Return“ leichten B-Seiten-Charakter, was vermutlich daher rührt, dass beide Nummern mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Proben zum letzten Album übrig geblieben sind, aber Spaß machen sie nichtsdestotrotz.

Mit „Arise“ und „Postmorten / Raining Blood“ wurden dann noch Sepultura respektive Slayer gecovert und während man bei ersterer Version schon zweimal hinhören muss, um das Schaffen der Herren HAVOK von dem der Brasilianer zu unterscheiden, scheitert das Slayer-Cover bereits am Gesang, denn zum Riffing von „Raining Blood“ passt eben nur der Gesang von Tom Arya. Zwar muss man nicht immer so wie die zugrunde liegende Nummer klingen, aber dennoch beweist der Rausschmeißer, dass Slayer schlicht niemals und von absolut keiner Band gecovert werden sollten – dann doch lieber Zitate wie in „From The Cradle To The Grave“, denn da gibt’s keine Probleme mit der Authentizität.

Da „Point Of No Return“ auf der aktuellen Tour mit 3 Inches Of Blood für schlappe 6 Euronen zu haben ist, wird wohl kein Fan der Truppe lange über den Erwerb nachdenken müssen… Um die Herren aus dem schönen Denver kennen zu lernen sei nach Besuch eines der Konzerte der Truppe jedoch eher der Genuss ihres überragenden Zweitwerks „Time Is Up“ empfohlen. Für den Thrasher, der schon alles hat, ist „Point Of No Return“ allerdings eine nette Bereicherung.

Keine Wertung

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