CD-Review: Havok - Unnatural Selection

Besetzung

David Sanchez – Gesang, Gitarre
Reece Scruggs – Gitarre
Michael Leon – Bass
Pete Webber – Schlagzeug

Tracklist

01. I Am The State
02. Give Me Liberty... Or Give Me Death
03. It Is True
04. Under The Gun
05. Waste Of Life
06. Living Nightmare
07. Chasing The Edge
08. Worse Than War
09. Children Of The Grave
10. Unnatural Selection


Irgendwie ist das momentan eine seltsame Sachlage im Thrash: Während sich die etablierten Bands und Legenden mit Veröffentlichungen zurückhalten und die Wenigen dann meist nicht so besonders sind, gibt es eine Unmenge junger Bands, die richtig starke Alben veröffentlichen. In die zweite Kategorie gehören auch HAVOK, die mit „Unnatural Selection“ ihr drittes Album veröffentlichen.

Dabei verkörpert „Unnatural Selection“ alles, was Thrash Metal ausmacht – pfeilschnelle, harte Riffs, tightes Dumming und einen enormen Spaßfaktor, der sich mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und jeder Menge Aggression paart.
Der Opener „I Am The State“ präsentiert sich dabei als lupenreine Thrash-Granate (ebenso wie „Under The Gun“), die von A bis Z ballert, was das Zeug hält. Die erste Single „Give Me Libery…Or Give Me Death“ zeigt HAVOK dann von ihrer variablen Seite. Hier werden Melodien eingeflochten, es gibt einen mächtigen Groove mit Mittelteil und auch das Gaspedal weicht gelegentlich ein paar Millimeter vom Bodenblech. Die hier gezeigten Abwechslungen im und Variationen des Sounds zeigen exemplarisch, was „Unnatural Selection“ so unterhaltsam macht.
Eine Nennung verdient defintiv das Black-Sabbath-Cover „Children Of The Grave“. HAVOK haben eines der fettesten Riffs aller Zeiten aus seinem alten Doom-Gewand herausgeholt und in eine Thrash-Kutte gesteckt. Ein Unterfangen, welches leicht hätte nach hinten losgehen können, in diesem Falle aber funktioniert. HAVOK versuchen gar nichts großartig Neues mit dem Track, sondern zocken ihn einfach lässig runter. Über Für und Wider einer solchen Aktion kann man sicher streiten, als Cover ist die Aktion jedoch durchaus amüsant.
Im weiteren Verlauf der Platte zeigen HAVOK dann wieder und wieder, warum Thrash eigentlich eine ganz unterhaltsame und spannende Sache ist, etwas, was einen die letzten Alben von Genregrößen wie Metallica oder Megadeth fast hatten vergessen lassen. Ob „Unnatural Selection“ letztlich im Pantheon der Thrash-Platten landen und in ein paar Dekaden in einem Atemzug mit Scheiben wie „The Legacy“ oder „Bonded By Blood“ genannt werden wird, bleibt abzuwarten, das Potential ist aber auf jeden Fall vorhanden.

Sei es der jugendliche Elan von HAVOK, die old-schoolige Ausrichtung von „Unnatural Selection“, die absolut passende Produktion oder alles zusammen, die Platte ist ein wahres Fest für alle Fans von geradlinigem Thrash Metal und sorgt für jede Menge Freude.

Bewertung: 7.5 / 10

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