CD-Review: Hypnos - The Blackcrow

Besetzung

Bruno – Gesang, Bass
Vlasa – Gitarre
Canni – Gitarre
Pegas – Schlagzeug

Tracklist

01. Vox Irae
02. The Blackcrow
03. Afterlife Disillusion/The End Of Idolatry
04. Dawn Of Their Halcyon Age
05. Plunged Into Cacophony/Procession To Babylon
06. Vae Victis
07. Culte De La Raison
08. Liquid Sands
09. In Grief/Too Old To Cry
10. In Blood We Trust (2020)


2017 veröffentlichten die tschechischen Death-Metaller HYPNOS mit „The Whitecrow“ ein vielleicht nicht weltbewegendes, aber durchaus gelungenes modernes und zugleich traditionell gehaltenes Death-Metal-Album. Nun legt Szene-Urgestein Bronislav Bruno Kovařík, der bereits in den 1980ern mit Krabator die tschechische Death-Metal-Szene prägte, nach: Auf „The Whitecrow“ folgt konsequenterweise „The Blackcrow“.

Ganz so extrem wie der farbliche Kontrast ist der musikalische zwischen den beiden Alben jedoch glücklicherweise nicht ausgefallen. Erneut gibt es einen Erzähler, der im Intro „Vox Irae“ als die schwarze Krähe und Alter Ego von „The Whitecrow“ vorgestellt wird. Als solches kann „The Blackcrow“ auch musikalisch bezeichnet werden: Schon der Titeltrack rollt in lässigem Midtempo mit der Eleganz eines Panzers los – und spätestens mit den herrlich griffigen Growls dürfte jeder Genre-Fan überzeugt sein.

Anders als viele andere Genre-Veteranen legen HYPNOS aber anscheinend keinen Wert auf einen allzu stringenten Stil, sondern bleiben beweglich: Dem oldschooligen Aspekt ihrer Songs fügen die Tschechen etwas Rock-Attitüde bei („Afterlife Disillusions“), was in der Kombination mit dem düsteren Aspekt fast an Satyricon denken lässt, und verkitten ihre Songs mit subtilen Sound-Samples („Afterlife Disillusion/The End Of Idolatry“). Ob fast doomig wie in „In Grief/Too Old To Cry“, groovig wie im „typisch amerikanischen“ „Dawn Of Their Halcyon Age“ oder extrem aggressiv wie im 20 Jahre nach der Originalveröffentlichung neu eingespielten „In Blood We Trust (2020)“: „The Blackcrow“ klingt genau so souverän, wie man das von Musikern mit über 30 Jahren Songwriting-Erfahrung erwartet.

So ist „The Blackcrow“ wie schon der Vorgänger ein dynamisches, auch über stolze 48:40 Minuten Spielzeit hinweg unterhaltsames Album geworden, mit dem HYPNOS das Death-Metal-Rad gewiss nicht neu erfinden, aber zumindest einmal mehr sehr anschaulich beweisen, dass es rollt: Wie schon auf dem Vorgänger „The Whitecrow“ liefern HYPNOS auch mit „The Blackcrow“ modernen und doch klassischen Death Metal ab, der vielleicht nicht überrascht, aber mit bodenständiger Qualität überzeugt. Die schwarze Krähe ist nicht weniger kraftvoll als die weiße!

Bewertung: 7.5 / 10

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