CD-Review: Korpiklaani - Voice Of Wilderness

Besetzung

Jonne – Gesang, akustische und elektrische Gitarre
Hittabainen – Violine, Flöte, Jouhikko (Streichharfe), Torupill (Sackpfeife)
Honka – Gitarre
Cane - Gitarre
Arto – Bass
Matson – Schlagzeug
Ali – Percussion
Katja Juhola – Akkordeon
Virva Holtiton – Kantele

Tracklist

01. Cottages & Saunas
02. Journey Man
03. Fields in Flames
04. Pine Woods
05. Spirit of the Forest
06. Native Land
07. Hunting Song
08. Ryyppäjäiset
09. Beer Beer
10. Old Tale
11. Kädet Siipinä


Ihr 2003er Debüt „Spirit Of The Forest“ war eine angenehme Überraschung im Folk Metal Sektor. Heutzutage ist der Name KORPIKLAANI alles andere als ein unbeschriebenes Blatt, von daher waren die Erwartungen an den Zweitling „Voice Of Wilderness“ auch schon etwas gehobener.

Um das hier gleich mal klar zu machen: KORPIKLAANI haben auf diesem Album ihren Stil konsequent weitergeführt und weiterentwickelt und haben sich deutlich weiterentwickelt, die Qualitätsmesslatte wurde hier ein gutes Stück nach oben verlegt. Waren auf dem Debüt hier und da noch Lückenfüller zu finden, ist „Voice Of Wilderness“ (fast) durchgehend ohne Hänger oder langatmige Stellen.
Das eröffnende Doppelpack mit den beiden kurzen und knackigen „Cottages And Saunas“ und „Journey Man“ zeigt gleich mal, dass KORPIKLAANI noch stärker auf Heavy und Thrash Metal Elemente setzen und fast schon akrobatische Kunststücke mit ihren folkloristischen Instrumenten vollbringen. In „Journey Man“ wird gleich mal so schnell gefidelt, dass man mit dem Kopf nicht mehr nachkommt und so eben einfach trinken und tanzen muss.

Nach diesen Krachern folgt ein eher im gemäßigteren Tempo angesiedeltes Songuartett. Mit „Fields In Flames“ wird ein klasse Midtempostück genau an der richtigen Stelle eingeschoben und „Pine Woods“ ist ein hochklassiges Instrumental mit herrlichen und die ganzen 4 ½ Minuten über tanzbaren Melodien. Danach steht aus meiner Sicht der einzige Schwachpunkt der Scheibe an, nämlich das Lied „Spirit Of The Forest“. Das sollte eigentlich schon auf dem gleichnamigen Debüt stehen, war da aber noch nicht so, wie es sich die Band vorgestellt hat. Jetzt steht es eben hierauf und wirkt neben dem thrashigerem und einfach besserem Material sehr lahm und deplaziert. Wäre auf dem Debüt wohl besser gestanden, so nimmt es viel Schwung aus dem Album. Auch „Native Land“ will nicht so recht ziehen… Es plätschert vor sich hin, ohne auch nur annähernd Begeisterung auszulösen, einzig das treibende Schlagzeug und die teilweise schönen Dudelsackmelodien retten das Lied vor der Belanglosigkeit.

Doch man kann ja skippen, und so kommt man – ob ein paar Minuten früher oder später – zum besten Teil des Albums. Der „Hunting Song“ ist ein würdiger Nachfolger für „Wooden Pints“, außerdem wurde die Jagdhymne mit einem absolut kultigem Video gesegnet, welches auch auf der CD vorhanden ist. „Ryyppäjäiset“ ist ein weiteres, großartiges Instrumentalstück mit Abgehgarantie und „Beer Beer“ könnte man als thrashigen Bruder zu Equilibriums „Met“ sehen. Auch den Korpiklaani-Saufhit kann man mit 2,5 Promille noch ohne Probleme mitgrölen und massig Spaß damit haben.
Mit dem getragenen „Old Tale“ und dem ohne jegliche Metalinstrumentierung auskommenden „Kädet Siipinä“ findet das Album einen würdigen Abschluss.

Unterm Strich bleibt ein ausgezeichnetes Folk Metal-Album mit erheblicher Langzeitwirkung, ich höre es auch nach Monaten immer noch sehr gerne. Ein Wort zu den ständigen Vergleichen und In-einen-Topf-werfen möchte ich zum Schluss meiner Rezension noch abgeben: Ich kann es wirklich nicht verstehen, dass man KORPIKLAANI so oft mit Finntroll oder Moonsorrow vergleicht, haben die Bands doch bis auf ein paar Elemente nicht so viel gemeinsam, dass man einen wirklichen Vergleich anstellen kann. KORPIKLAANI sind erdiger, arbeiten ohne Keyboard und erinnern dann doch eher an Gruppen wie Skyclad. Aber da soll jeder für sich selbst entscheiden, womit er den Klan des Waldes vergleicht… Für mich eine recht eigenständige Gruppe, die es mit diesem Album und auch den folgenden Schandtaten noch weit bringen kann, konnte man sich doch schon jetzt relativ gut etablieren und sich einen Namen machen.

Bewertung: 8 / 10

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