CD-Review: Lacuna Coil - In A Reverie

Besetzung

Cristina Scabbia - Gesang
Andrea Ferro - Gesang
Cristiano Migliore - Gitarren
Marco Coti Zelati - Bass
Cristiano Mozzati - Schlagzeug

Tracklist

01. Circle
02. Stately Lover
03. Honeymoon Suite
04. My Wings
05. To myself I turned
06. Cold
07. Reverie
08. Veins of Glass
09. Falling again


LACUNA COIL sind eines der italienischen Aushängeschilder in Sachen Metal. Cristina Scabbia wiederum dürfte das Aushängeschild von LACUNA COIL sein, aber lassen wir das beiseite. 1999 haben die Italiener ihr erstes Album „In A Reverie“ veröffentlicht und sind wohl eine der besten Gruppierungen ihres Metal-Genres. Das Booklet ist in meinen Augen mal etwas anderes, so sind auf dem Cover eben jene Frau Scabbia und Sänger Andrea Ferro, nur mit gemalten Verzierungen und einem goldenen Farbton verhüllt.

„In A Reverie“ wird von einer anhaltenden melancholischen Stimmung durchzogen und gedeiht damit wirklich sehr gut. Das Wechselspiel der beiden Sangeskünstler wirkt oftmals auch wie ein Wechselspiel der Gefühle. Doch es lässt sich festhalten, dass dieser Kontrast zwischen Cristina und Andrea definitiv reizvoll gestaltet ist. Überhaupt ist Cristina Scabbia gesangsmäßig wohl absolut hervorzuheben, da in ihrem Sektor nicht allzu selten Sängerinnen mit hohem, oftmals auch penetrant-nervigen Stimmen aufwarten. Hier gibt es keinen solchen Störfaktor, hier lauscht man einem richtigen, etwas tieferen Gesang.Die einzelnen Lieder sind alle auszumachen, da jedes Stück eine andere, prägnante Melodie besitzt und durch die jeweiligen vorhandenen unikaten Eigenschaften wirkt. So differieren die einzelnen Tracks nicht nur vom Spieltempo her, sondern eben auch durch die instrumentale Leistung. Meist ist das noch nichtmal irgendein kompliziert-konstruktuiertes Riff oder dergleichen, in der Regel sind das alles simple Melodien. Aber eben jene vermögen es ja auch, dem Hörer nahezugehen. So wie hier.
„In a Reverie“ beweist, dass LACUNA COIL auch ruhige Stücke spielen können, so wird das letzte Lied der Scheibe, „Falling again“, von fast nur einem Melodiebogen getragen, der die Grundstimmung jedoch exakt wiedergibt. Hinzu kommt hier der sehnsüchtige, schmerzerfüllte Gesang von Cristina, der den Song vervollkommnet. Auf der anderen Seite hat man die schon angesprochenen schnelleren Lieder wie zum Beispiel „Stately Lover“ oder „Honeymoon Suite“, welche nicht weniger glänzen.

LACUNA COIL haben schon mit ihrem Erstling bewiesen, dass sie etwas draufhaben, es fällt jedoch auf, dass der Gesang das tragende, dominierende Element der Musik ist. Diese braucht auch keine Anläufe um vom Hörer wirklich aufgenommen zu werden. Das ist aber nicht mit allzuschneller Abnutzung des Hörgenusses gleichzusetzen, der bleibt auch nach unzähligen Durchläufen aus. Ebenso wirklich gelungen ist die allgegenwärtige Ambivalenz, sei es nun bezüglich des Gesangs oder der Songs.

Bewertung: 8 / 10

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