CD-Review: Lacuna Coil - Unleashed Memories

Besetzung

Cristina Scabbia - Gesang
Andrea Ferro - Gesang
Marco Biazzi - Gitarre
Cristiano Migliore - Gitarre
Marco Coti Zelati - Bass
Cristiano Mozzati - Schlagzeug

Tracklist

01. Heir Of Dying Day
02. To Live Is To Hide
03. Purify
04. Senzafine
05. When A Dead Man Walks
06. 1.19
07. Cold Heritage
08. Distant Sun
09. A Current Obsession
10. Wave Of Anguish


Der Zweitling der Italiener erschien 2001 und hört auf „Unleashed Memories“. Das Booklet selbst ist hauptsächlich in rot gehalten, verziert mit diversen Skulpturbildern. Man wird sich natürlich fragen, ob LACUNA COIL sich hier weiterentwickelt haben oder eben nicht. Ja, das haben sie in vielerlei Hinsicht. Die auf „In a Reverie“ schon angedeuteten Stärken wurden weiter ausgearbeitet und kommen nun voll zur Geltung.

Der Sechser aus wärmeren Gefilden ist seiner Linie im Prinzip treu geblieben. Das Einzige, was wirklich sofort auffällt ist, dass Andreas Gesang anscheinend weniger eingesetzt wird als noch auf dem Vorgänger und wenn Andrea singt, dann meist im Duett mit Cristina und kaum alleine. Man mag nun also denken, dass somit ein wichtiger Kontrastpunkt wegfällt und auch ein Stück Klasse, da eben jenes Miteinanderspielen der Gesänge wirklich überragend war. Dem ist nicht wirklich so. Das liegt daran, dass sich LACUNA COIL instrumental stärker präsentieren. Wehte auf dem Debut noch der Hauch des Frischlings-Seins mit, scheint man reifer geworden zu sein. Doch analysieren wir genauer: Der Gesang von Cristina steht ausser Frage, gewohnt genial, obwohl ich auch hier denke, dass sie sich nochmal gesteigert hat. Wenn Andrea dann mal singt, vermag man auch hier eine Steigerung zu erlauschen, zumindest bietet „Unleashed Memories“ dem Hörer gedanklich auch hier ein gutes Bild. Prägende Melodien sind ebenso vorhanden, man reist von Lied zu Lied hin und her zwischen den verschiedensten Emotionen. Da haben diverse Riffs und das saubere Drumming ihren Anteil dran, da sie gelungen in Szene gesetzt sind und die Italiener so ihre Musik wirklich transferieren können. Solche wirklich sehr fein ausgearbeiteten Melodien finden sich zum Beispiel in „1.19“, welches dadurch einfach mehr an Klasse, Stil gewinnt.
Doch was LACUNA COIL wirklich so interessant und gut macht ist vielmehr, dass sie ? wie ich schon anmerkte ? Gefühle in die Musik zu implizieren wissen. Sei es nun durch die Aussprache der Frontfrau, welche manche Wörter am Ende phonetisch absolut schön singt oder durch Riffs, welche den Gesang sehnsuchtsvoll untermalen. LACUNA COIL schaffen es hier, dem Hörer eine Reise durch seine Gefühlswelt zu ermöglichen, durch die er auf den Tönen der Musik gleitet. Und eben das ist wunderbar.

Also kann ich abschließend nur sagen, dass ich „Unleashed Memories“ als absolut gelungen und umwerfend entlassen kann. LACUNA COIL haben hier gezeigt, dass sie definitiv eine der führenden Bands ihres Genres sind und sich weiterentwickelt haben, sie sind gereift. Ich kann „Unleashed Memories“ also nur jedem empfehlen und zwar nicht nur den Freunden dieser Musikausrichtung.

Bewertung: 9 / 10

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