CD-Review: Legion Of The Damned - Descent Into Chaos

Besetzung

Maurice Swinkels – Gesang
Richard Ebisch – Gitarre
Harold Gielen – Bass
Erik Fleuren – Schlagzeug

Tracklist

01. Descent Into Chaos (Intro)
02. Night Of The Sabbath
03. War Is In My Blood
04. Shrapnel Rain
05. Holy Blood, Holy War
06. Killzone
07. Lord Of The Flies
08. Desolation Empire
09. The Hand Of Darkness
10. Repossessed
11. Legion Of The Damned (feat. Peter Tägtgren; Bonus-Track)


Satte vier Alben – also alle seit der Namensänderung von Occult in LEGION OF THE DAMNED – haben die Niederländer bisher mit Andy Classen aufgenommen und von ihm produzieren lassen. Dass manche ihnen über die Jahre eine gewisse Eintönigkeit vorwarfen, mochte also nicht von Ungefähr gekommen sein. Für „Descent Into Chaos“, ihren neuen und vorerst letzten Langspieler über Massacre Records – der Vertrag ist erfüllt, mit welcher Labelheimat die Zukunft bestritten wird noch unklar –, hat die Thrash Metal-Institution nun keinen geringeren Produzenten als Peter Tägtgren ins Boot geholt.

Dass diese recht offensichtliche Veränderung nicht die einzige gewesen sein soll, die LEGION OF THE DAMNED durchgemacht haben, zeigt die neue Scheibe „Descent Into Chaos“ unerwartet eindrucksvoll. Nach dem stimmig-apokalyptischen Intro und Titelsong nimmt das Unheil seinen Lauf, schon „Night Of The Sabbath“ schleudert dem Hörer Riff gewordene Gitarrensalven um die Ohren, wie sie in ihrer Intensität selbst für die Niederländer neu sind.
Auch wenn der Gitarrensound der Mannen um Maurice Swinkels auch in der Vergangenheit schon einen gewissen Wiedererkennungswert besaß, so war das doch kein Vergleich zum Klang, den sie anno 2011 auf den Silberling gepresst haben. Die auf den Vorgängern recht markant vertretenen Death Metal-Anleihen wurden auf Album Nummer fünf merklich reduziert, gedankt bekommt man es mit reinsten Thrash-Granaten wie „War Is In My Blood“ oder „Shrapnel Rain“ und mit dem Fakt, dass die Band fokussiert wirkt wie noch nie.
Dass Peter Tägtgren „Descent Into Chaos“ eine in instrumentaler Hinsicht breitere Produktion verpasst hat, offenbart sich am ersichtlichsten im rasanten „Holy Blood, Holy War“, speziell in Sachen Schlagzeug-Spiel auch bei „Killzone“. Mit ihrem treibenden Refrain erinnern die Songs dann sogar ein wenig an neuere Kreator, von denen man allerdings kein Groove-Monster im Stile von „Lord Of The Flies“ erwarten dürfte. Die hier dominierenden Lead-Spielereien und das einwandfrei vorgetragene Solo (das bei unseren Nachbarn ja durchaus einen gewissen Seltenheitswert hat) liefern eine stimmige Steilvorlage für das darauf folgende „Desolation Empire“ – das dann nur Abwechslung auch etwas Todesblei geschluckt hat. Die beiden Schlusslichter – das diabolische „Repossessed“ und „Legion Of The Damned“, auf dem sich Peter Tägtgren vors Mikro stellte – bilden einen perfekten und mehr als würdigen Abschluss einer Scheibe, die an Härte kaum zu übertreffen sein wird.

„Descent Into Chaos“ ist das bisher ausgewogenste und gleichzeitig fokussierteste Album der Niederländer, dem man das Mehr an Zeit für das Songwriting anmerkt. Der Gang zu Peter Tägtgren hat sich definitiv gelohnt und sehr zur Abwechslung und dem mächtigen Soundgewand beigetragen – auch wenn Andy Classen seinen Job in der Vergangenheit gut machte, kann man ohne Bedenken sagen: Mit Tägtgren haben sie ihren Meisterproduzenten gefunden. Für die große Abwechslung und ein gewisses Maß an Abwechslung können weiterhin getrost Kreator, Destruction und – seit Kurzem auch wieder – Sodom herangezogen werden. LEGION OF THE DAMNED agieren stattdessen auf einer straighteren Schiene, auf der sie sich mit „Descent Into Chaos“ den unangefochtenen Höhepunkt ihres Schaffens gesetzt haben. Wer die Chance hat, sollte sich LEGION OF THE DAMNED mit neuem Material unbedingt auf der anstehenden Neckbreakers Ball Tour zu Gemüte führen!

Bewertung: 9.5 / 10

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