CD-Review: Legion Of The Damned - Malevolent Rapture – In Memory Of... (Re-Release)

Besetzung

Maurice Swinkels – Gesang
Richard Ebisch – Gitarre
Twan Fleuren – Bass
Erik Fleuren – Schlagzeug

Tracklist

CD:
01. Legion Of The Damned
02. Death’s Head March
03. Werewolf Corpse
04. Into The Eye Of The Storm
05. Malevolent Rapture
06. Demonfist
07. Taste Of The Whip
08. Bleed For Me
09. Scourging The Crowned King
10. Killing For Recreation
Bonustracks:
11. Mind Domination
12. Violence And Hatred
13. Work Of A Legend
14. The Desolate One
15. Malevolent Rapture (Remix 2008)

Bonus-DVD:
01. Bleed For Me (Video Clip)
02. Disturbing The Dead (Video Clip)
03. Malevolent Rapture (With Commentary Of Maurice Swinkels)
04. Unreleased Footage 1999
05. Graspop 2011 (Tribute To Twan)


Ungeachtet dessen, was man von den Holländern hält, an LEGION OF THE DAMNED führte in den vergangenen Jahren kein Weg vorbei. Bei dem beachtlichen Veröffentlichungsfleiß bei konstant hoher Qualität und der fast schon übertriebenen Live-Präsenz ist man sogar zu der Aussage hingerissen, das Quartett sei aus der europäischen Thrash-Szene nicht mehr wegzudenken. Nun ist es kein Geheimnis, dass die Gründung von LEGION OF THE DAMNED im Jahre 2004 nichts anderes als eine Namensänderung bei gleichbleibender Besetzung und musikalischer Ausrichtung war, schließlich musizierten die Jungs schon zuvor einige Zeit eher erfolglos unter dem Banner Occult. Doch was hat das damit zu tun, dass das Quartett nur sechs Jahre nach Release ihr Debütalbum neu veröffentlicht?

Was im Gegensatz zur Namensthematik wohl weniger registriert wurde, ist die Tatsache, dass der heutige Bassist Harold Gielen nicht von Beginn an mitspielte, sondern in den LOTD-Anfangsjahren ein gewisser Twan Fleuren, der schon jahrelang bei Occult mitgemischt hatte, den Tieftöner bediente. Fleuren, der mit seiner Beteiligung am Debüt „Malevolent Rapture“ an den bekanntesten Songs der Gruppe mitwirkte, verließ seine drei Kollegen 2006, um sich verstärkt auf sein Familienleben konzentrieren zu können, traf jedoch im Mai 2011 die tragische Entscheidung, sich das Leben zu nehmen. Um ihres Freundes und ehemaligen Mitstreiters zu gedenken, lassen die Bandmitglieder nun also ihr Erstlingsbiest erneut auf die Massen los.
Während es sich bei dem 2008er-Release „Feel The Blade“ bereits quasi um eine Wiederveröffentlichung (nämlich des letzten Occult-Albums „Elegy Of The Weak“) handelte, jedoch zumindest über neu eingespielte Versionen verfügte, ist „Malevolent Rapture – In Memory Of …“ das erste reinrassige Re-Release in der Bandgeschichte. Doch es wären nicht LEGION OF THE DAMNED, wenn sie auch hier nicht durch ordentlich Bonusmaterial Kaufanreize bieten würden, wie es der geneigte Fan durch die letzten Alben schon gewöhnt ist. So kommt das Package im dicken Doppel-Jewelcase mit brandneuem, in meinen Augen ansehnlicherem Cover, unveröffentlichten Bonustracks (die qualitätstechnisch auf Demos der „Rapture“-Sessions schließen lassen), einer Bonus-DVD mit Video-Clips, Live- und ungesehenem Material sowie einem fetten Booklet daher.

Zu den einzelnen Liedern muss ich keine großen Worte verlieren – sie haben im Laufe der letzten Jahre von ihrer Frische nichts eingebüßt und knallen noch genauso gnadenlos wie schon zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung – ein Remastering wäre also auch totaler Unsinn gewesen. Mit „Malevolent Rapture“ haben LEGION OF THE DAMNED ihr Referenzwerk schlechthin abgeliefert und zudem einen modernen Klassiker des Death Thrashs geschaffen. Anstatt in Trauer zu versinken, feiern die Jungs das Leben ihres ehemaligen Bassisten mit einem Feuerwerk aus scharfschützenpräzisen Drums, brutalen Riffs und ultraräudigen Shouts. Ob es die Anschaffung wert ist, wenn man die Scheibe bereits besitzt, muss jeder für sich entscheiden, von Fanabzocke kann hier aber keine Rede sein. Wer mit den Holländern liebäugelt und „Malevolent Rapture“ lediglich auf der Einkaufsliste und noch nicht im Regal stehen hat, dem bleibt eigentlich gar nichts anderes übrig, als hier zuzuschlagen.

Keine Wertung

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