CD-Review: Leviathan - From The Desolate Inside

Besetzung

Jonas Reisenauer - Gesang, Gitarre
Tobias Dahs - Gitarre
Paul Schröder - Gitarre
Tom Heinz - Bass
Fabian Gocht - Keyboard
Tobias Parke - SchlagzeugGastmusiker:Stephan Ennenbach - Horn
Dietmar Stockhausen - Horn
Peter Meis - Horn
Dietmar Müller - Trompete
Theresa Löbach - Flöte
Michael "Freio" Hass - Gesang

Tracklist

01. Towards The Storm
02. When Only Despair Remains
03. Last Laugh At My Existance
04. A Symphony For No Tomorrow


Für viele Bands fängt die eigene Karriere nicht selten da an, wo die Vorbilder aufgehört haben: man covert schlicht die Songs der eigenen Helden. Das kommt in jedem Genre vor und macht auch beim Death Metal nicht halt. LEVIATHAN sind noch verhältnismäßig frisch dabei, spielten zu Beginn Lieder von Bands wie Children Of Bodom oder In Flames nach. Glücklicherweise haben sie sich irgendwann entschieden, auch eigene Ideen auf Platte zu bringen.

Technisch haben es die Fünf aus der Nähe von Bonn schon ziemlich drauf. Bei der Covervorgeschichte sicher kein Wunder, ist es natürlich auch für eigene Ergüsse von großem Vorteil, sein Instrument gut zu beherrschen. Und so kommt mit der EP „From The Desolate Inside“ eine wahre Demo der Extraklasse heraus. Leider nur vier Songs, diese aber immerhin mit einer opulenten Spielzeit von insgesamt 26 Minuten ausgestattet, lassen Gedanken an die schwedische Legende Opeth aufkommen. Nicht falsch verstehen, bis auf, dass beide Bands progressiven Melodic Death spielen, gibt es wenig Überschneidungen, weil beide Kapellen einen eigenen Stil kreiert haben. Man könnte an dieser Stelle jeden der vier Songs einzeln sezieren, bei „Towards The Storm“ tue ich es auch einfach mal, da er gewissermaßen pars pro toto für die ganze CD steht: häufige Tempowechsel, Frickelpassagen, die sich mit eingängigeren Parts abwechseln, Aggression, Leichtigkeit, Spielfreude und ein feines Gespür für passande Melodie an der richtigen Stelle. Los geht es mit einem introähnlichen Klavierstück, welches bald von der Band in Grund und Boden gerockt wird. Toll, wie es dann weitergeht, wenn man sich gerade häuslich auf der härteren Gangart einrichten will, überraschen die Rheinländer mit einem tollen Flöteneinsatz, welcher nicht nur absolut eingängig ist, sondern auch zeigt, wie man Harte und Sanftmütigkeit in Perfektion aneinander reihen kann. Für eine Band, die sich auf dem Papier noch im Demostadium befindet, schon eine großartige Performance.

Mein zweites Lieblingsstück ist der Rausschmeißer A Symphony For No Tomorrow, mit über acht Minuten auch das längste Lied. Unter dem Strich zwar nicht ganz so hochwertig wie die erstgenannte, überzeugt aber auch diese Nummer mit viel Abwechslung und gehobenem Können. Hören sollte man es eh selbst, an dieser Stelle möchte ich aber auf das sehr gelungene Ende verweisen: prinzipiell klingt es so, als wenn ein neuer Song anfangen würde, aber es ist „nur“ ein Gitarrenoutro, welches sich fast wie ein klassisches Stück anhört. Ob hier vielleicht eher Bach und Mozart Pate standen als grimmige Männer mit langen Haaren und lauten Gitarren?

Das einzige, was etwas schade ist, ist der Umstand, dass nur vier Songs mit einer knappen halben Stunde Spielzeit auf dem Demo Platz fanden. Sehr gerne würde ich LEVIATHAN mal auf der Langdistanz hören, das Info verspricht Aufnahmen für diesen März. Man darf gespannt sein und MUSS bis dahin „From The Desolate Inside“ käuflich erwerben. Das Komplettpaket stimmt: tolle Musik, technisches Können, feines Artwork, knalliger Sound, da bleibt kein Wunsch offen. Auch wenn die EP aus dem letzten Jahr stammt, ist dies das erste ganz große (Underground-) Highlight der neuen Saison.

Keine Wertung

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