CD-Review: Machine Head - Machine Fucking Head Live

Besetzung

Rob Flynn - -Gesang, Gitarre
Phil Demmel – Gitarre
Adam Duce – Bass
Dave McLain - Schlagzeug

Tracklist

01. I Am Hell (Sonata in C#)
02. Be Still And Know
03. Imperium
04. Beautiful Mourning
05. The Blood, The Sweat, The Tears
06. Locust
07. This Is The End
08. Aesthetics Of Hate
09. Old
10. Darkness Within
11. Bulldozer
12. Ten Ton Hammer
13. Who We Are
14. Halo
15. Davidian


15 Songs und eine Spielzeit von gut 100 Minuten? Solide Sache. Das Ganze nennt sich „Machine Fucking Head Live“ und ist die zweite Liveveröffentlichung von, na klar, MACHINE HEAD. Bei Livealben liegt immer die Vermutung nahe, dass die Band die Wartezeit bis zum nächsten Album verkürzen will und nebenbei noch ein paar Kröten gemacht werden sollen. Entsprechend gibt es aus diesem Bereich viel Halbgares, etwa seltsame Studio-Live-Alben und dergleichen.

„I Am Hell (Sonata in C#)” eröffnet den Reigen und ab dem ersten Takt ist klar, MACHINE HEAD versuchen hier nicht irgendwelche halbfertigen Geschichten an den Mann zu bringen. Vielmehr zeigt sich die Band auf diesen Mitschnitten in Topform, spielfreudig und man sieht vor seinem inneren Auge regelrecht, wie die Head Cases zu den Songs kollektiv ausrasten.
Ihr Standing als eine der geilsten Livebands überhaupt haben sich die Herren um Bandleader Rob Flynn hart erarbeitet und der neue Output wird diesem Status mehr als gerecht. Neun Jahre nach „Hell Alive“ und mit den Alben „Through The Ashes Of Empires“, „The Blackening“ und „Unto The Locust“ im Rücken blasen MACHINE HEAD hier alles weg, was nicht bei drei im Pit ist.
Vom aktuellen Werk „Unto The Locust“ haben es gleich sechs der sieben Songs auf „Machine Fucking Head Live“ geschafft, was das Vertrauen der Band in ihr letztes Album eindrucksvoll unterstreicht. Weiterhin gibt es drei Tracks von „The Blackening“, zwei vom Debüt „Burn My Eyes“ und je einen Hit von den restlichen Studioalben.
Und diese Zusammenstellung funktioniert wie geschmiert. Die ersten beiden Songs vom aktuellen Album zeigen wo MACHINE HEAD anno 2012 stehen, bevor mit dem Übersong „Imperium“ alles vernichtet wird, was es gibt. ALLES! Neu und Alt greifen hier ineinander wie die Zahnräder in einem schweizer Uhrwerk –und man kann nicht umhin der Band Respekt zu zollen.
Neben der perfekten Songauswahl ist der Sound ein weiterer Pluspunkt der Scheibe. Dieser ist einfach authentisch, sprich nicht perfekt. Im Gegensatz zu vielen anderen Liveveröffentlichungen hat man hier auf Over Dubs verzichtet, was dem Ganzen ein geniales Feeling verleiht. Flynns Stimme rutscht gelegentlich weg bzw. wird von den Fans oder den Instrumenten überlagert, in die Gitarren schleichen sich kleinste Spielfehler ein und all das wird festgehalten. Das ist nicht nur authentisch, sondern auch perfekt so, schließlich ist das hier ein Thrash Konzert und kein Kindergeburtstag. Rau geht es zu, voll auf die Zwölf steht im Vordergrund, nicht technische Perfektion, was Songs wie „Imperium“, „I Am Hell“ oder „Ten Ton Hammer“ nur noch mehr Wucht verleiht.

MACHINE HEAD legen hier die Blaupause eines Livealbums vor – authentisch, nicht perfekt und unglaublich heftig. Die Fans sind zu hören, die Band hat hörbar Freude an dem, was passiert und beim Hören sieht man die Pits regelrecht auf dem Wohnzimmerteppich. Schade, dass es hier keine DVD dazu gibt.

Bewertung: 8.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: