CD-Review: Majesty - Banners High

Besetzung

Tarek "MS" Maghary - Gesang
Tristan Visser - Gitarre
Robin Hadamovsky - Gitarre
Carsten Kettering - Bass
Jan Raddath - Schlagzeug

Tracklist

01. Judgment Of The Gods
02. We Want His Head
03. Banners High
04. Time For Revolution
05. United By Freedom
06. Pray For Thunder
07. Bloodshed And Steel
08. All We Want, All We Need
09. Take Me Home
10. On A Mountain High
11. The Day When The Battle Is Won


„Ein Album pro Jahr ist nicht genug! Wir müssen zwei machen!“ – das oder ähnliches werden sich wohl die deutschen True-Metaller von MAJESTY gedacht haben, als sie im Spätsommer 2013 ins Studio gegangen sind, um den Nachfolger des im selbigen Jahr erschienen „Thunder Rider“ einzuspielen. Gerade bei zwei Alben pro Jahr besteht die Problematik, dass die Qualität der Songs darunter leidet, meist handelt es sich um zuvor nicht verwertetes Restmaterial. Aber MAJESTY versprechen etwas Anderes. Eine brandneue Platte mit frisch geschriebenen Tracks; und dieses Mal sogar ein Konzeptalbum. Na ob das wirklich gut gehen mag?

Thematisch bewegt man sich also nun in einem geschlossenen Ganzen; innerhalb einer Geschichte von Freiheit, Kampf und Revolution. Halt recht übliche True-Metal-Themen. Nun fragt man sich, was daran so besonders ist. Es ist die Geschichte, die über zehn Songs (das Intro nicht mitgezählt) erzählt wird. Aber nicht mit den üblichen ellenlangen Sprechparts, wie man sie von zum Beispiel Rhapsody of Fire kennt. Nein, auf dem gesamten Release befinden sich tatsächlich nur zwei Sprechparts. Das sind doch schon einmal beste Voraussetzungen, um musikalisch zu glänzen.

Und das tun MAJESTY zweifelsohne. Denn mit „Banners High“ haben sie das geschafft, was mit „Thunder Rider“ nicht gelang: Songs zu erzeugen, die einem lange in Erinnerung bleiben. Es ist wahrlich magisch, wie sehr Sänger Tarek und seinen Recken fesseln. So hat man hier recht viele eingängige, aber auch gute Songs, die leicht ins Ohr gehen und nur schwer wieder raus. Songs wie „All We Want, All We Need“, der Titeltrack oder der grandiose Abschluss „The Day When The Battle Is Won“ sind beste Beispiele dafür. Alle genannten haben Hooklines im Refrain, wie sie nicht besser hätten sein können. Gepaart mit wunderbarer Gitarrenarbeit, sauberem Drumming und vor allem Tareks‘ mächtiger Stimme, werden die Songs zu richtigen Highlights. Insgesamt merkt man also, dass MAJESTY über die letzten Jahre immer melodischer geworden sind und man weniger diese stampfenden und mächtigen True-Metal-Hymnen wie beispielsweise „Into The Stadiums“ spielt. Manch einer mag das als schlecht empfinden, das ist wohl Ansichtssache.
Es existieren aber nicht nur die eingängigen Songs. Mit „We Want His Head“ und „Bloodshed And Steel“ hat man zwei sehr gute Up-Tempo-Stücke. Hier ist dann nicht mehr viel von dem melodischen Schlag zu spüren, den MAJESTY im Moment haben. Die Gitarren preschen voran, Tarek singt in bester True-Metal-Manier und lyrisch wird es auch ziemlich düster. Klasse!
Jetzt hatten wir schon eingängig und schnell – fehlt nur noch die obligatorische Ballade. Und die gibt es auch mit „Take Me Home“. Tarek singt von dem verwundenen Krieger, wie er auf einem Felsen liegt und auf seinen Tod wartet (und dann aber doch gerettet wird). Der Song ist insgesamt sehr ruhig und ergreifend – und vor allem sehr atmosphärisch, was ihn somit zu einem richtigen Highlight werden lässt.

Was letztlich dann doch negativ zu bemerken ist, ist dass manche Stücke recht schleppend sind und man sich fragt, wann es endlich vorbei ist und der nächste Super-Track kommt. So hängt die Scheibe ab und zu mal ein ganz klein wenig durch. Aber unterm Strich macht das dann doch nicht viel aus.

Insgesamt kann man nun wirklich sagen, das MAJESTY mit „Banners High“ ein kleines Meisterwerk veröffentlicht haben, welches sich einen Ehrenplatz in ihrer Diskografie sichern kann. Es ist recht unterhaltsam, die Geschichte ist spannend und fesselnd, und die Musik ist bis auf ein zwei kleine Aussetzer verdammt gut. Wer noch nichts von MAJESTY hat, dem sei die Platte wärmstens zu empfehlen – allen anderen natürlich auch.

Bewertung: 9 / 10

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