CD-Review: Monster Magnet - Last Patrol

Besetzung

Dave Wyndorf – Gesang
Garret Sweeny – Gitarre
Phil Caivano – Gitarre
Jim Baglino – Bass
Bob Pantella – Schlagzeug

Tracklist

01. I Live Behind The Clouds
02. Last Patrol
03. Three Kingfishers
04. Paradise
05. Hallelujah
06. Mindless Ones
07. The Duke Of Supernature
08. End Of Time
09. Stay Tuned


Der erste Gedanke: Es geht wieder was! Nachdem MONSTER MAGNET mit „Mastermind“ und „4-Way Diablo“ in den letzten Jahren zwar routinierte Stoner-Rock-Alben aufgenommen hatten, aber irgendwie den Vibe der frühen Jahre verloren hatten, bietet das neue Album „Last Patrol“ einen mutigen Schritt zurück. Das neunte Studioalbum der US-amerikanischen Legenden des Stoner/Psychedelic Rock bietet mehr Space Rock als Stoner Rock – und macht dabei richtig Spaß.

Denn „Last Patrol“ hat das, was die letzten Scheiben von MONSTER MAGNET vermissen ließen: Nicht nur gibt es ein paar gute Songs, sondern einen roten Faden, ein Gefühl, eine Stimmung, die in dem Album ausgedrückt wird. Genau wie bei den großen Alben der Band, „Spine Of God“, „Dopes To Infinity“ und „Powertrip“, läuft die CD von vorne bis hinten durch und nimmt den Hörer mit auf eine Reise in die dunkelsten Ecken des Weltraumes, die – natürlich – nur ein Sinnbild für ganz reale Erfahrungen sind. Schon der sphärische Start mit „I Live Behind The Clouds“ gibt die Richtung vor: Atmosphäre vor Taktzahl, Abwechslung und Gänsehaut vor simplen Hooklines. Dabei dürfen die Kompositionen durchaus Umwege nehmen und sich wie beim Titeltrack „Last Patrol“ fast zehn Minuten Zeit lassen.

MONSTER MAGNET setzen auf Klangwelten, die sich langsam aufbauen und dem Hörer erst nach und nach erschließen. Dabei erreicht die Band mit überraschend simplen Riffs eine oft überraschende Tiefe („Paradise“). In diese getragene Atmosphäre fügt sich sogar das Donovan-Cover „Three Kingfishers“ hervorragend ein – ein Beispiel für eine gelungene Coverversion, die den Geist des Originals in der Tonsprache der Interpreten ausdrückt und die trotz des wenig spacigen Themas nicht unangenehm herausfällt. Nicht ganz so gut passt dagegen das etwas country-mäßige „Hallelujah“ in der Mitte des Albums, bei dem man sich die ganze Zeit fragt, wann der Song eigentlich losgeht. Besser ist der zweite Track im Country-Stil („The Duke (Of Supernature)“), obwohl auch er etwas ziellos vor sich hin mäandert.

Bei solchen Klangreisen ist es oft schwierig, eingängige Songs zu platzieren. Und tatsächlich dauert es etwas, bis einzelne Lieder sich im Kopf festsetzen. Nach einiger Zeit aber merkt man, dass man auf die typisch abgedrehten Hooklines nicht gänzlich verzichten muss. Songs wie „End Of Time“ oder das großartige „Mindless Ones“, aber auch der erstaunlich beharrliche Refrain von „Last Patrol“ sind absolute Höhepunkte des Albums. Es gilt aber festzuhalten, dass MONSTER MAGNET weniger als auf den letzten drei Alben auf einzelne starke Songs und Refrains setzen.

Die Produktion kleidet die Band übrigens stilecht in ein fast schon konservativ-warmes Gewand, das einfach gar nicht modern klingt. Die einzelnen Tonspuren liegen gefühlt nahe beieinander, von der Präzision der Klangabnahme moderner Studios ist da wenig zu merken – aber das passt perfekt zu den Kompositionen und der Thematik und ist deshalb gut. Der letzte Titel „Stay Tuned“ ist also programmatisch zu sehen: MONSTER MAGNET haben mit „Last Patrol“ 2013 noch eine Menge zu bieten. Dranbleiben, es lohnt sich!

Bewertung: 8.5 / 10

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