CD-Review: Monster Magnet - Cobras and Fire (The Mastermind Redux)

Besetzung

Dave Wyndorf – Gesang
Garrett Sweeny – Gitarre
Phil Caivano – Gitarre
Chris Kosnik – Bass
Bob Pantella – Schlagzeug

Tracklist

01. She Digs That Hole
02. Watch Me Fade
03. Mastermind ‘69
04. Hallucination Bomb
05. Gods and Punks
06. The Titan
07. When The Planes Fall From the Sky
08. Ball of Confusion
09. Time Machine
10. I live Behind the Paradise Machine: Evil Joe Barresi's Magnet Mash Vol. 1


Und noch mal. Nachdem die US-amerikanischen Stoner-Pioniere MONSTER MAGNET schon im letzten Jahr ihr damals aktuelles Album neu aufgenommen hatten, graben sie dieses Jahr tiefer im Katalog. Der Scheibe „Mastermind“ von 2010 widerfährt nun dieselbe Ehre wie 2014 „Last Patrol“ – es gibt eine komplett neue Einspielung der Songs, die alle umgeschrieben wurden und unter dem Titel „Cobras And Fire“ erneut in die Läden kommen.

Im direkten Vergleich zum Vorgänger zeigt sich, dass das Rezept nicht geändert wurde. Erneut war die Maßgabe hinter den Neueinspielungen, einen Klangeindruck der späten 1960er-Jahre zu erreichen. Dazu wurde der Druck in der Produktion reduziert, was besonders die Gitarrenriffs betrifft – man vergleiche nur das Original „Dig That Hole“ mit „She Digs That Hole“ von „Cobras And Fire“. Hinzugefügt wurden dafür Klangelemente des frühen Hard Rocks: längere Synthesizer-Passagen, elegische Klangwände und immer wieder Halleffekte (mustergültig alles bei der Neuinterpretation von „Gods And Punks“). Auch die Länge wurde in manchen Fällen radikal verändert („Hallucination Bomb“ ist in der Neueinspielung fast doppelt so lang).

Das zeitigt freilich nicht bei allen Liedern dieselben Effekte. Während die genannten Songs durch die Neuinterpretationen einen wirklich anderen Charakter gewinnen, bleiben viele Lieder sehr ähnlich und wurden mehr auf der Ebene der Produktion als der Komposition verändert. Klar, das gehört zum Konzept, ist aber für den Fan, der für das Produkt immerhin Geld bezahlen wird, schade. So sind bei vielen Tracks die Veränderungen beinahe Makulatur („The Titan Who Cried Like A Baby“ vs. „The Titan“, „Mastermind“ vs. „Mastermind“, „Time Machine“ vs. „Time Machine“). Richtig neu ist auf „Cobras And Fire“ dagegen die Coverversion des Temptation-Songs „Ball Of Confusion“, der aus dem Jahr 1970 stammt und damit den Flair der Blaupausen-Ära für MONSTER MAGNET mustergültig einfängt. Schließlich gibt es mit „I Live Behind The Paradise Machine“ sogar noch eine weitere Neuinterpretation vom „Last Patrol“-Album.

Erneut lassen MONSTER MAGNET uns etwas ratlos zurück. „Cobras And Fire“ ist an vielen Stellen interessant, besonders für solche Fans, die „Mastermind“ sehr gut kennen. Dennoch bleibt die Frage, warum nicht mancherorts noch mutiger eingegriffen wurde – insbesondere, weil „Mastermind“ im Gegensatz zu „Last Patrol“ das deutlich schwächere Ausgangsmaterial liefert. So ist „Cobras And Fire“ eher ein Klangexperiment für die beinharten Fans als MONSTER MAGNET für die Massen.

Keine Wertung

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